Das Meme ist alt, aber es trifft den Nagel auf den Kopf: Die Flamme brennt unter dem falschen Brenner. Die Pfanne steht daneben. Das Ei liegt zerbrochen auf dem kalten Herd. Energie wird verschwendet, das eigentliche Problem wird ignoriert, und am Ende ist das Ergebnis ein Scherbenhaufen.
Genau dieses Bild kommt einem in den Sinn, wenn man sich die Wahlergebnisse vom 20. September 2026 anschaut.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD vorne, CDU im freien Fall
In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD laut Exit-Polls und ersten Hochrechnungen bei rund 37 Prozent und wird stärkste Kraft. Die SPD folgt knapp dahinter bei etwa 35,5 Prozent. Die CDU von Kanzler Friedrich Merz stürzt auf historisch schlechte 5,5 Prozent ab – das schlechteste Ergebnis der Partei in einer Landtagswahl seit 1949. Merz selbst nannte es ein „Desaster“.
Die Flamme brennt also unter dem AfD-Brenner. Die regierende SPD und vor allem die Union stehen daneben und schauen zu, wie das Ei (die Wählerstimmen) zerschlägt.
Berlin: Die Linke siegt, CDU verliert das Rote Rathaus
In der Hauptstadt sieht es nicht besser aus für die Union. Die Linke liegt mit rund 24,5 bis 25 Prozent vorne, die CDU kommt auf etwa 20 Prozent. Die AfD legt ebenfalls zu. Eine Fortsetzung der bisherigen schwarz-roten Koalition ist praktisch unmöglich. Die Linke könnte zusammen mit SPD und Grünen regieren – und hat im Wahlkampf schon Enteignungen großer Wohnungskonzerne als Bedingung genannt.
Wieder das gleiche Bild: Die Energie der Politik fließt an die falsche Stelle. Die Probleme der Bürger (Wohnen, Sicherheit, Migration, Wirtschaft) werden mit alten Rezepten oder ideologischen Experimenten „gelöst“, während die Realität auf dem kalten Brenner verdirbt.
Merz bleibt – und will „mit Rückgrat“ weitermachen
Trotz der klaren Niederlagen kündigt Kanzler Merz an, im Amt zu bleiben und seine Reformen durchzusetzen. „Die Reformen müssen kommen“, sagte er. Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld seien gefragt.
Das klingt heldenhaft. In der Praxis erinnert es aber stark an den Herd im Meme: Man dreht die Flamme höher – nur leider unter dem falschen Brenner. Die Leute draußen merken längst, dass das Ei schon längst kaputt ist.
Das eigentliche Problem
Ob in Schwerin oder Berlin – die etablierten Parteien verlieren massiv an Vertrauen. Die AfD und (in Berlin) die Linke fangen die Unzufriedenheit auf. Das ist keine Überraschung. Es ist die logische Folge von Jahren, in denen Politik und Realität immer weiter auseinandergelaufen sind.
Die Flamme brennt. Die Pfanne steht daneben. Das Ei liegt zerbrochen auf dem Boden.
So funktioniert die Regierung.
Und die Wähler haben heute wieder einmal darauf hingewiesen.

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Das Meme ist älter als meine letzte Steuererklärung – und genauso aktuell.
Regierung als Dauerbrenner: unten heiß, oben niemand lscht. Klassiker.