16. September 2026
Von Blondbabe, ooha.de – für eine bessere, möglichst absurde Welt
„Bitte komme mir keiner mit Free Speech“ – Der Kanzler erklärt, warum Meinungsfreiheit überbewertet ist, die Spritpreise eine Charakterfrage sind, Ablösung nur für Schwache gilt und die AfD eigentlich ein CDU-Marketing-Gag war.
Kanzler Friedrich Merz empfängt uns im Kanzleramt. Der Raum riecht nach frisch lackiertem Optimismus und leichtem Diesel. Merz sitzt kerzengerade, Anzug knackig, Blick so entschlossen, als hätte er gerade persönlich die Brandmauer neu gemauert – diesmal mit Beton und dem Grundgesetz als Schalung.
OOHA: Herr Kanzler, Sie haben gestern bei „Jugend forscht“ gesagt: „Bitte komme mir keiner mit Free Speech.“ War das der Moment, in dem die Meinungsfreiheit offiziell in Rente ging?
Merz: Endlich jemand, der zuhört. Free Speech ist ein amerikanisches Importprodukt wie Dosenmais und schlechte Reality-TV-Formate. Eine liberale Gesellschaft muss ihre Bürger schützen – vor falschen Informationen, vor persönlichen Herabsetzungen und vor Leuten, die meinen, sie dürften im Internet anonym ihre Meinung äußern. Klarnamenpflicht ist der neue Grundrechtsschutz. Wer was zu sagen hat, soll sich auch trauen, den Namen drunter zu setzen. Anonymität ist für Feiglinge und Investigativjournalisten. Die sollen halt echte Jobs suchen.
OOHA: Und wenn jemand trotzdem etwas Falsches sagt?
Merz: Dann entscheiden wir, was falsch ist. Das ist Demokratie 2.0: effiziente, klar benannte Verantwortung. Die Bürger werden es danken, sobald sie verstehen, dass sie geschützt werden.
OOHA: Thema Spritpreise. Die Leute ächzen an der Tankstelle. Was sagen Sie denen, die für 2,20 Euro den Liter den Alltag finanzieren müssen?
Merz: Die Spritpreise und ich – wer hier eigentlich durchdreht? Hohe Preise sind eine Charakterfrage. Wer billigen Sprit will, soll halt weniger fahren oder ein Lastenrad nehmen. Wir haben die Energiewende, wir haben Verantwortung, wir haben die Zukunft. Und wenn der Liter teurer wird, trainiert das die Disziplin. Früher sind die Leute auch zu Fuß zur Arbeit gelaufen. Außerdem: Wer klagt, hat offensichtlich noch genug Geld fürs Tanken. Die wirklich Armen haben ohnehin kein Auto. Problem gelöst.
OOHA: In Ihrer eigenen Partei wird laut über Ihre Ablösung spekuliert. Sachsen-Anhalt war eine Katastrophe, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen vor der Tür. Bleiben Sie?
Merz: Ablösung ist ein Wort für Leute, die keine Richtlinienkompetenz haben. Ich bin für vier Jahre gewählt. Punkt. Das Grundgesetz gibt dem Kanzler eine starke Stellung – und ich nutze sie. Wer über Ablösung redet, sollte erst mal beweisen, dass er die Reformen besser hinkriegt. Ich bin fest entschlossen. Die Koalition ist fest entschlossen. Die Umfragen sind… nun ja, eine Bewährungsprobe. Aber ich schaffe das. Nicht allein, versteht sich. Aber ich schaffe das.
OOHA: Die AfD liegt in Umfragen vorn, in Sachsen-Anhalt bei fast 44 Prozent. Wie stellen Sie die politisch?
Merz: Die AfD ist das beste Argument für die CDU, das wir je hatten. Ohne sie wüssten die Leute gar nicht, wie gut wir eigentlich sind. Wir stellen sie politisch, indem wir weiter regieren und sie in der Opposition lassen. Brandmauer steht. Fertig. Wer die AfD wählt, bekommt am Ende eh wieder uns – nur mit schlechterem Gewissen. Das ist die eigentliche Strafe.
OOHA: Berlinwahl am Sonntag. Die Hauptstadt droht wieder im Chaos zu versinken. Was erwarten Sie?
Merz: Berlin ist das lebendige Beweisstück, dass man eine Stadt auch ohne vernünftige Regierung am Laufen halten kann – solange genug Dönerbuden und Subventionen da sind. Unsere Leute werden anständig abschneiden. Und falls nicht: Dann war es die Schuld der Berliner, die wieder falsch gewählt haben. Die Hauptstadt braucht Führung. Und Führung bin ich. Auch von Berlin aus.
OOHA: Letzte Frage: Wenn Sie in einem Satz zusammenfassen müssten, was Deutschland gerade braucht?
Merz: Weniger Free Speech, mehr Klarnamen, teureren Sprit als Charakterbildung, keine Ablösung, die AfD als abschreckendes Beispiel und Berlin als permanente Mahnung. Und vor allem: mich. Für die restlichen zweieinhalb Jahre. Mindestens.
Merz erhebt sich, reicht die Hand und lächelt das Lächeln eines Mannes, der gerade persönlich die Demokratie neu justiert hat. Draußen hupt ein Lieferwagen. Der Spritpreis steigt spürbar.
Blondbabe
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Ich war unsichtbar im Interview. Merz auch, nur anders.
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