Es gibt technische Defekte, die man akzeptieren kann.
Ein Kühlschrank, der brummt. Eine Waschmaschine, die wandert. Ein Drucker, der nur noch Leerseiten spuckt.
Aber mein Toaster hat eine neue Stufe der Boshaftigkeit erreicht.
Egal welche Stufe ich einstelle – 1, 2, 3 oder 4 – das Ergebnis ist immer dasselbe: Stufe 5.
Kurz vor verbrannt. Dunkelbraun mit leichten schwarzen Rändern. Der Geschmack von „eigentlich schon zu spät“.
Ich habe systematisch getestet:
- Stufe 1: Sieht aus wie Stufe 5.
- Stufe 2: Sieht aus wie Stufe 5.
- Stufe 3: Überraschung – Stufe 5.
- Stufe 4: Immer noch Stufe 5.
- Stufe 5: Endlich ehrlich. Auch Stufe 5.
Selbst die „Auftau“-Funktion produziert Toast, der aussieht, als hätte er bereits ein Vorleben als Kohlebrikett gehabt.
Ich habe den Toaster ausgesteckt.
Ich habe ihn ausgeschüttelt.
Ich habe die Krümel-Schublade gereinigt (dabei kamen Dinge zum Vorschein, die ich 2021 verloren hatte).
Ich habe ihn angeschrien.
Ich habe ihn um Verzeihung gebeten.
Nichts ändert sich.
Mittlerweile vermute ich, dass der Toaster die Stufenanzeige nur noch aus Höflichkeit mitlaufen lässt. Intern hat er sich bereits vor Monaten auf „maximal dunkel“ festgelegt und lässt sich davon nicht mehr abbringen. Es ist, als hätte er eine persönliche Krise durchgemacht und sich radikalisiert.
Experten (also ich nach dem dritten Kaffee) sehen darin ein größeres gesellschaftliches Symptom:
Selbst Haushaltsgeräte verweigern inzwischen die Nuancen.
Entweder gar nichts – oder kurz vor der Katastrophe.
Mitte gibt es nicht mehr.
Fazit:
Mein Toaster toastet nicht mehr.
Er bestraft.
Und zwar immer gleich hart.
Egal was ich einstelle.
Ende der Durchsage.
Wer noch einen Toaster besitzt, der tatsächlich auf Stufe 2 hellbraun wird, sollte ihn unter Denkmalschutz stellen lassen.
