Die Fußballwelt hat lange genug im Dunkeln getappt. Jahrzehntelang haben wir uns mit so altmodischen Konzepten wie „Talent“, „Training“ und „freier Wille“ herumgeschlagen. Das ist jetzt vorbei. FIFA-Präsident Gianni Infantino hat – angeblich in einer geheimen Sitzung in einem Hotelzimmer in Doha – den großen Wurf verkündet: Ab der WM 2030 werden nicht nur die Bälle, sondern auch die Spieler selbst fernsteuerbar sein.
Die technische Umsetzung ist dabei erstaunlich simpel. Jeder Spieler bekommt ein dezentes, absolut unsichtbares Implantat hinter dem linken Ohr (Farbe wählbar: Hautfarbe oder „Sponsor-Logo“). Über eine zentrale App, die ausschließlich auf Infantinos privatem iPad läuft, können dann Passgenauigkeit, Lauftempo und sogar die emotionale Beteiligung am Spiel gesteuert werden. Ein leichter Wisch nach rechts – und der Stürmer schießt plötzlich freiwillig ins eigene Tor. Ein Doppeltipp – und der Schiedsrichter übersieht ein klares Foul.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Vor allem für die Wertschöpfungsketten.
1. Wettbüros
Endlich Planungssicherheit! Kein unnötiges Zittern mehr, ob der Favorit tatsächlich gewinnt. Die Quoten können bereits drei Wochen vor dem Spiel festgeschrieben werden. Der ehrliche Wettende merkt sowieso nichts – er glaubt weiterhin an „Tagesform“.
2. Lokalpolitik
Bürgermeister einer Austragungsstadt können ab sofort direkt Einfluss nehmen. Ein Anruf bei der FIFA genügt und die Heimmannschaft gewinnt genau so hoch, dass die lokalen Hotels ausgebucht sind, aber nicht so hoch, dass die Gäste schon am Viertelfinale wieder abreisen.
3. Staatenerpressung
Hier wird es richtig spannend. Länder, die sich bei der Vergabe von Infrastrukturprojekten unkooperativ zeigen, bekommen einfach mal zwei Spieltage lang lauter Fehlpässe und Eigentore geliefert. Die diplomatischen Möglichkeiten sind grenzenlos. Ein kleiner Joystick-Bewegung – und plötzlich verliert die Nationalmannschaft eines unbotmäßigen Staates 0:7 gegen einen Inselstaat mit 400 Einwohnern. Die Verhandlungsposition verbessert sich schlagartig.
4. PlayStation und Nintendo
Die eigentlichen Gewinner. Sony und Nintendo dürfen ab 2030 offizielle „Real Control“-Controller verkaufen. Für 299 Euro bekommt man einen speziellen DualSense bzw. Joy-Con, mit dem man zu Hause live echte WM-Spieler steuern kann. Wer das Premium-Abo abschließt, darf sogar in der 87. Minute den Elfmeter des Gegners absichtlich daneben setzen lassen. Die Wertschöpfung ist unermesslich – und die Kids lernen nebenbei, dass Demokratie und Sport im Grunde dasselbe sind: wer die Fernbedienung hat, gewinnt.
Kritiker (also Leute, die noch an so etwas wie „Sport“ glauben) werden natürlich wieder meckern. Sie werden von „Manipulation“ und „Verlust der Seele des Spiels“ sprechen. Dabei übersehen sie völlig, dass der Fußball seine Seele bereits 1974 an den Kommerz verkauft hat. Infantino gibt ihr jetzt lediglich eine Fernbedienung dazu.
Fazit:
Die WM 2030 wird nicht nur das größte Fußballturnier aller Zeiten, sondern auch das erste, bei dem man als Zuschauer endlich sicher sein kann, dass nichts dem Zufall überlassen bleibt. Außer natürlich dem Zufall, den Infantino gerade freigegeben hat.
Ende der Durchsage.
Wer diesen Artikel gelesen hat und trotzdem noch Karten für 2030 kaufen will, hat mein aufrichtiges Mitleid – und wahrscheinlich auch schon das Implantat.
