Mountain View / Berlin (ooha) – Die Frage steht im Raum. Und bleibt dort.
Seit Jahren funktioniert das System reibungslos: Sie wollen bei Spotify rein? Google-Konto. Bei Twitter (jetzt X)? Google-Konto. Bei der Krankenkassen-App, dem Fitnessstudio, dem Online-Banking und dem Portal für die Abgabe der Hundesteuer? Google-Konto. Sogar bei manchen Behördenportalen winkt der freundliche blaue Button „Mit Google anmelden“.
Das Google-Konto ist der Universalschlüssel. Der Generalschlüssel. Der einzige Schlüssel, den man wirklich braucht.
Doch nun hat sich ein Referatsleiter im Bundesministerium für Digitale Abhängigkeiten die Gegenfrage erlaubt:
„Mit welchem anderen Konto können Sie sich eigentlich bei Google anmelden?“
Stille.
Ein Microsoft-Konto? Funktioniert nicht.
Ein Apple-ID? Wird höflich abgelehnt.
Ein Facebook-Login? Schon vor Jahren aus dem Angebot genommen.
Ein Konto der Deutschen Bahn? Nicht mal im Traum.
Ein personalisierter Bürgeraccount mit eID? Die Schnittstelle existiert nicht und wird auch nicht gebaut.
Google selbst antwortete auf Anfrage nur mit einem automatisierten Text: „Wir schätzen die Einfachheit für unsere Nutzer. Weitere Anmeldemöglichkeiten befinden sich derzeit nicht in Planung.“
Experten sprechen bereits von der „Einbahnstraße der Authentifizierung“. Man kommt mit Google überall rein. Aber bei Google kommt man nur mit Google rein. Das sei kein Monopol, sondern „Nutzerfreundlichkeit auf höchstem Niveau“.
Ein namentlich nicht genannter Beamter formulierte es so:
„Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Schlüssel, der jede Tür in der Stadt öffnet. Und dann stellen Sie fest, dass Ihre eigene Haustür nur mit genau diesem Schlüssel aufgeht. Das ist keine Abhängigkeit. Das ist Architektur.“
Ab sofort empfiehlt das Ministerium, einfach ein Google-Konto anzulegen. Für alle Fälle. Auch für den Fall, dass man sich irgendwann bei Google anmelden möchte.
Weitere Lösungen werden geprüft. Voraussichtlich mit Google-Login.
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