Berlin / Genf (ooha) – Die Zahlen sind eindeutig. Und sie werden jeden Monat ein bisschen eindeutiger.
Die Geburtenraten sinken. Stetig. In fast allen entwickelten Ländern. Mancherorts bereits unter die kritische Marke von 1,3 Kindern pro Frau. Die Kurve zeigt nach unten, und zwar mit einer Zuverlässigkeit, die selbst Statistiker beeindruckt.
Ein interner Vermerk des neu eingerichteten „Referats für demografische Selbstregulierung“ stellt nüchtern fest:
„Der Mensch ist die erste bekannte Spezies, die ihren eigenen Fortbestand aktiv und ohne äußeren Feind, ohne Klimakatastrophe und ohne Asteroideneinschlag beendet. Das ist historisch bemerkenswert.“
Während andere Arten aussterben, weil der Lebensraum schwindet oder ein Raubtier zu erfolgreich ist, erledigt der Homo sapiens die Aufgabe selbst. Mit Karriereplanung, Wohnungspreisen, Dating-Apps, chronischer Erschöpfung und der leisen Erkenntnis, dass ein Kind die eigene Netflix-Routine erheblich stören würde.
Experten sprechen bereits von einem „evolutionären Sonderweg“. Früher habe die Natur die Bestände reguliert. Heute übernehme das der Mensch in Eigenregie – effizient, freiwillig und weitgehend geräuschlos. Ein Fortschritt.
Ein namentlich nicht genannter Beamter erklärte:
„Wir beobachten den Prozess mit wissenschaftlichem Interesse. Eingriffe sind nicht geplant. Die Bevölkerung hat sich entschieden. Das ist zu respektieren.“
Gleichzeitig werden die letzten verbliebenen Kinder bereits als „strategische Ressource“ geführt. Wer noch eines bekommt, erhält in manchen Ländern steuerliche Vorteile, in anderen nur noch ein anerkennendes Nicken. Die meisten entscheiden sich trotzdem dagegen.
Die Geburtenraten sinken weiter.
Stetig.
Die Menschen sind die erste Spezies, die sich selbst ausrottet.
Und sie tun es mit beeindruckender Konsequenz.
Weitere Rückgänge werden erwartet.
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