Von Blondbabe, ooha.de – für eine bessere, möglichst absurde Welt
3. Oktober 2026
Berlin / Leipzig / irgendwo zwischen Einheit und Abhängigkeit.
Achtung, Satire: Alle Protokolle, Klauseln und Zitate in diesem Text sind frei erfunden.
Heute feiert Deutschland offiziell den Tag der Deutschen Einheit.
In Wahrheit ist es der Deutsche Dependence Day.
Während Politiker mit Sektgläsern posieren und von „Zusammengewachsenem“ schwadronieren, zeigt ein Blick hinter die Kulissen: Das Land ist so abhängig wie ein Junkie vor dem nächsten Schuss. Energie von außen, Industrie von außen, Sicherheit von außen, Meinung von außen – und inzwischen sogar die eigene Souveränität nur noch auf Probe.
Die Ironie der Geschichte ist dabei so dick, dass sie selbst Helmut Kohl im Grab zum Grinsen bringen würde:
Nur der Osten kann den Westen noch retten.
Der lange Weg in die Abhängigkeit – und Kohls geheime Klauseln
Es begann harmlos.
Dann kamen die Verträge.
Dann kamen die geheimen Verträge.
Dann kamen die ganz geheimen Zusatzprotokolle, von denen offiziell niemand etwas weiß, die aber jeder am eigenen Leib spürt.
In unserer erfundenen Parallelwelt hat Helmut Kohl 1990 nicht nur den Einigungsvertrag und den Zwei-plus-Vier-Vertrag unterschrieben, sondern auch mehrere besonders pikante Geheimzusätze:
- Das „Energie-Treue-Protokoll“
Deutschland verpflichtet sich, langfristig möglichst abhängig von ausländischen Energielieferanten zu bleiben. Eigene starke Grundlast? Nur in Maßen. Hauptsache, die Abhängigkeit bleibt „partnerschaftlich“. - Die „Industrie-Wanderungs-Klausel“
Schwere Industrie darf gerne wachsen – aber bitte so, dass sie im Zweifelsfall auch wieder abwandern kann. Souveräne Wertschöpfung? Schön und gut, aber nicht zu viel davon. - Das „Erben-Protokoll“
Kohl soll persönlich eine designierte politische Erbin festgelegt haben. Diese Person sollte das Erbe der Einheit weiterführen, die Abhängigkeit elegant vertiefen und dabei immer den Eindruck erwecken, es gebe „keine Alternative“. - Die berüchtigte „Minol-Klausel“
Hier wird es richtig absurd – und gleichzeitig bezeichnend.
Angeblich (natürlich frei erfunden) wurde in einem geheimen Zusatzprotokoll festgeschrieben, dass die ostdeutsche Tankstellenkette Minol systematisch verschwinden muss.
Begründung: Eine eigene, funktionierende Tankstellenmarke aus dem Osten hätte ein gefährliches Symbol von Selbstversorgung und regionaler Stärke darstellen können.
Also weg damit. Stattdessen westliche und internationale Marken so weit das Auge reicht.
Minol wurde zur Fußnote der Geschichte – und mit ihr ein kleines Stück energetischer Eigenständigkeit.
Heute tanken wir an Stationen, deren Konzerne ihre Entscheidungen woanders treffen. Die Minol-Klausel hat ganze Arbeit geleistet.
Ob diese Protokolle wirklich existieren? Offiziell natürlich nicht.
Aber wenn man sich die letzten 30 Jahre anschaut – besonders die systematische Auslöschung von Minol – wirken sie in unserer Satire-Welt verdächtig plausibel.
Die große Wendung
Und jetzt die historische Pointe:
Ausgerechnet der Osten, der 1990 noch als „Beitrittsgebiet“ behandelt wurde, soll den Westen vor dem endgültigen Absturz bewahren.
Mit Realismus. Mit Skepsis. Mit der Fähigkeit, auch mal „Nein“ zu sagen, ohne gleich in Panik zu verfallen.
Und vielleicht sogar mit der Erinnerung daran, dass es einmal etwas namens Minol gab – und dass man nicht alles von außen brauchen muss.
Während im Westen noch über die nächste Abhängigkeit diskutiert wird, schaut der Osten auf die Zahlen und sagt trocken: „Leute, so wird das nichts.“
Der Deutsche Dependence Day ist also kein Feiertag.
Er ist eine Abrechnung.
Und vielleicht – ganz vielleicht – der Anfang einer echten zweiten Einheit. Diesmal ohne Geheimprotokolle, ohne designierte Erben und ohne Minol-Klauseln.
Prost, Deutschland.
Auf die Einheit.
Und darauf, dass der Osten den Westen noch rechtzeitig aus dem Sumpf zieht.
– Blondbabe
(die heute ausnahmsweise keinen Sekt trinkt, sondern ostdeutschen Kaffee – und in Gedanken an einer alten Minol-Tankstelle vorbeifährt)

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