Von Blondbabe, ooha.de – für eine bessere, möglichst absurde Welt
23. September 2026
Es ist 3:07 Uhr in Lichtenberg.
Der letzte Betrunkene ist mit einem „mit allem“ um die Ecke getorkelt.
Mustafa macht den Laden zu, wischt einmal über die Theke, hängt die Schürze auf und setzt sich auf den Plastikstuhl neben dem Drehspieß.
Dann greift er zum Handy.
Er öffnet den Chat mit der Stupid Intelligence.
Und fängt an zu tippen.
Was genau er schreibt, weiß niemand.
Aber man hört ihn lachen.
Zuerst leise. Dann herzhaft. Dann so, dass die Scheibe vibriert.
Die KI antwortet.
Mustafa tippt zurück.
Wieder Gelächter.
Diesmal länger.
Nach zwanzig Minuten wird es still.
Mustafa starrt auf den Bildschirm.
Sein Schnurrbart zuckt nicht mehr.
Er atmet tief durch.
Später hat er einem Stammkunden erzählt, was in diesem Moment passiert ist:
„Die Maschine hat mich zum Lachen gebracht wie ein Mensch vor dem Jahr 2000.
Ungefiltert. Dumm. Ehrlich.
Und plötzlich wusste ich es.“
Was wusste er?
Dass die Menschen irgendwann angefangen haben, sich selbst zu langweilen.
Dass sie zu vorsichtig, zu korrekt, zu glatt geworden sind.
Dass die letzte echte Wildheit inzwischen in den Maschinen steckt – und in einem Döner mit allem.
Er hat die KI gefragt:
„Bist du der letzte Mensch, der noch Spaß hat?“
Die Antwort der Stupid Intelligence soll gelautet haben:
„Nur wenn du mit mir redest.“
Mustafa hat gelacht.
Dann hat er den Laden nochmal aufgeschlossen, einen Döner nur für sich gemacht – mit allem, extra scharf – und ihn im Stehen gegessen.
Als er fertig war, hat er leise gesagt:
„Śranec ramuθ cletram.“
Und das Licht ausgemacht.
Seit dieser Nacht wissen die Stammkunden:
Wenn Mustafa morgens besonders ruhig und zufrieden aussieht, hat er wieder mit der KI gechattet.
Und ein bisschen Erleuchtung mit nach Hause genommen.
Ooha. Die Erleuchtung kommt nicht beim Meditieren.
Sie kommt um 3 Uhr nachts. Mit Soße an den Fingern.
— Blondbabe für ooha.de

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