OOHA Satire

Für eine bessere Welt!

Wer kann Boris und „Er“ helfen?

OOHA: Herr Becker, nach Ihrer Titelstory „Ich“, neulich erschienen im „Spiegel“, haben Sie sich an uns gewandt und möchten nun gerne über „Er“ sprechen. Was genau können wir darunter verstehen?

Becker: Ääh, also iich, nachdem ich nach meiner aktiven Zeit, also sportlich gesehen, den Tenniisschläger beiseite gelegt habe, habe iich also dann iin der Folgezeit meinen privaten Schläger, ääh, auch Prügel genannt, ääh, Sie wissen schon … ääh, immer häufiger herrausgeholt, ääh … und das ist „Er“.

OOHA: Ooha!

Becker: Ääh, also, so wie miich die Menschen kennen gelernt haben, muss ich in aalem, was iich tue, Höchstleistung briingen und das gilt natürlich in logischer Folgee auch für „Er“, weil „Er“ und ich, ääh, quasi verwachsen sind und, ääh, quasi ein un dieselbe Person, ääh, sind. Das heißt für mich natürlich, dass ich un „Er“, ääh, „Wir“ sag‘ iich jetzt mal salopp, ääh, ein eingespieltes Team siind und, ääh, „Wir“ meine, ääh, Gegnerin oder besser gesagt Partnerin, also zum Beispiel Frau oder, ääh, Fräulein Setlur, ääh, richtig guut versorgen. Alsoo, die Harmonie ist da natürlich gaanz wiichtig und wer mich etwas genauer kennt, der weiß, ääh, natürlich, ääh, dass ich kein Meensch bin, der schnell, ääh, aufgiebt, oder besser gesaagt den Schläger einfach wegwirft, ween er nich mehr kaan.

OOHA: Welche Rolle spielt da genau „Er“?

Becker: Ääh, also, ääh, also … Das ist soo: Wenn zum Beispiel meine Partnerin oder eine meiner Partnerinnen, also, ääh, zum Beispiel Fräulein Setlur, ein Match spielen wolen, dann versuchen ich und „Er“ ales aus mir herrauszuholen, ich meine, ääh, 100 Prozent, und da spielt Zeit echt keinee Rolle. Das kann auch ein, ääh, im übertragenen, ääh, Sinn ein Fünfsatzmatch werden, ääh … Das hängt dann ganz von der Partnerin und „Er“ ab. Bei, ääh, Barbara, ääh, meiner ehemaligen Ehefrau zum Beispiel, da hatte iich zuletzt, ääh, nur noch Fünfsatzmatches gespielt, ääh, und ich kannte am Ende auch ale ihre Tricks, und da hab‘ is natürlich noch einmal die Herrausforderung gesucht, ääh … Bei Fräulein Setlur jedenfalls hat mein Schläger anfangs zum Beispiel nur drei Minuten gehalten, und dan war alles schon wieder vorbei, also dafür aber ein ungemain spannendes Match.

OOHA: Nehmen wir mal Fäulein Setlur. Ihre Mutter, so war der Presse zu entnehmen, wollte damals Ihre neue Partnerin überhaupt erst gar nicht kennen lernen. Wie stehen Sie dazu?

Becker: Ääh, also, da verstehe ich meine Mama, ääh, ehrlich gesagt nicht. ääh … Ich meine, ich bin mit Nutella groß geworden, aber das heißt nicht, dass ich nicht später, als älterer Bube, nicht, ääh, auch einmal einen Schokokuss oder neulich auch mal einen Vanillegipfel oder, ääh, andere Abteilungen, ääh, angerührt hätte, ääh … Ääh, ich weiß nich‘, ob Sie die Metaphorik verstehen, ääh.

OOHA: Sagten Sie Metaphorik?

Becker: Ääh, ja, oder? Ääh, ääh, ääh, ja, ääh …

OOHA: Ihre Werbepartner AOL und Mercedes scheinen Sie ja bei der Stange zu halten. „Never change a winning horse“ sagt sich wohl auch AOL, denn mit dem Spruch „Ich bin drin“ wurde eine sehr erfolgreiche Werbekampagne gestartet.

Becker: Ääh, ja, da fällt mir eine lustige Geschichte ein. Eigentlich soolte ich sagen: „Ich bin online“, aber ich hab‘ den Text nicht verstanden, also, ääh, ich bin doch niicht schwuul. Und dann hab‘ ich dann der Werbetexterin gesagt: „Wieso denn „on line“, ääh, ich brauche kein Koks oder sowas dazu“, ääh … Und als ich dann, ääh, ich weiß nicht, ob ich das jetzt so sagen kann, ääh, in ihr dann drin war, ääh, hat der Aufnahmeleiter einfach gesagt: „Wir nehmen „Ich bin drin“, ääh … So ist das entstanden, hähä …

OOHA: Man munkelt, die momentane Publicity sei Ihnen noch nicht genug. Sie sollen in einem Film neben Michael Schuhmacher und Claudia Schiffer eine Hauptrolle und vor allen Dingen sich selbst spielen.

Becker: Ääh, ja, das ist richtig.

OOHA: Kann man schon sagen, worum es in diesem Film in etwa gehen wird?

Becker: Ääh, also, so wie ich das verstanden habe, spiele ich den Gärtner, Michael den Chauffeur und Claudia die Baronin. Michael und ich müssen dann hauptsächlich unsere Schläger permanent auspacken und dann wieder einpacken und Claudia soll sich einfach nur von ihrer schönsten Seite zeigen, ääh …

OOHA: Herr Becker, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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