
Ein Netzwerk aus muslimisch-fanatischen, in Deutschland liebenswert Elektrotechnik studierenden und in Florida frisch gebackenen Piloten hat sich sehr sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Die Amis jedenfalls nehmen diesen Piloten die Anwendung einer unerwartet neuen Angriffstechnik, nach der sie Passagiermaschinen als „lebende Bomben“ gegen des Amis liebste Gebäude, das World Trade Center und das Pentagon, lenkten, richtig übel.
Wer den Einsturz der beiden Flugzeuge in die beiden Türme des WTC gesehen hat, kann das sogar nachvollziehen. Die Kräfte, die da beim Aufprall wirkten, scheinen jenseits der menschlichen Vorstellungskraft zu liegen. Die Frage, ob einer der Passagiere den Aufprall überlebt haben könnte, stellte sich definitiv nicht. Auch die Frage, woran die Passagiere der Terror-Maschine starben, stellte sich nicht. Sie starben an allen denkbaren Todesursachen gleichzeitig. Und die Frage, ob man die Schadstellen an den Türmen wieder reparieren sollte, stellte sich ebenfalls nicht. Die Türme stürzten ungefragt in sich zusammen und bilden nun einen Hügel aus Schrott- und Trümmerteilen –mitten in New York.
Wirklichkeit oder Fiktion? Realität oder Hollywood? Hollywood jedenfalls reagierte schnell: Arnold Schwarzenegger blies seinen neusten Action-Fuim ab, und auch der Rest der Traumfabrik-Gemeinschaft will in Zukunft alles zeigen, nur keine Gewalt. Löst die Realität also Hollywood ab? Ist die Wirklichkeit besser als die Fiktion? Selbst in Europa, in Deutschland quasi, wurden Fußballspiele abgesagt und Formel1-Rennen in Frage gestellt. Es wird getrauert und gebetet. Es geht einfach gar nichts mehr. Keiner der Protagonisten öffentlicher Veranstaltungen möchte mehr vor ein Mikrofon treten, und wenn denn doch, dann mit leise säuselnder Stimme, die sagt: „Ich kann nicht mehr. Ich wollte heute gar nichts machen. Das Leben hat keinen Sinn. Was ich mache spielt doch eigentlich keine Rolle.“
Am besten hat es mal wieder unser Bundeskanzler ausgedrückt, als er sagte: „Dieser Angriff war ein Angriff auf die gesamte zivilisierte Welt.“ Am zweitbesten hat es George W. Bush ausgedrückt, als er sagte: „Wer einen solchen Anschlag auf Amerika verübt, der hat seine eigene Zerstörung beschlossen. Wir werden die Terroristen über den ganzen Erdball verfolgen und ausräuchern. Wir werden die Lebensadern der Übeltäter durchschneiden.“
Die gelungene Terror-Attacke brachte also ein eindeutiges Ergebnis, das keine Fragen offen ließ. Bis auf diese: „Wer ist der Irre, der sich diese Attacke ausgedacht hat?“ Und diese: „Hat die gesamte zivilisierte Welt (mit all ihren Billionen Dollar, Wolkenkratzern und Skylines, Flugzeugen, Panzern, Waffen, Raketen, Präsidenten, Spezialisten, Befehlshabern, Stützpunkten, Bündnissen und Soldaten) gegen diesen Irren eine Chance? Wahrscheinlich nur, wenn die zivilisierte Welt wirklich alles gibt und jeden, aber auch wirklich jeden Verdächtigen sauber aus dem Weg räumt. Was aber sollen wir tun, wenn der Drahtzieher der Aktion selbst am Steuerknüppel einer Bomben-Maschine saß, und das verantwortliche Netzwerk nur aus den bei der Aktion verpulverten Terroristen bestand, sich die Angriffsfläche für einen Gegenschlag also im Erstschlag selbst vernichtete?
Auch kein Problem, so die zivilisierte Welt: Dann müssen wir eben gegen das Nichts kämpfen. [Bis keiner mehr übrig bleibt.]