 OOHA: Schumi, gratulazione! 6 Formel-1 WM-Titel, das hat vor Ihnen noch niemand geschafft. Haben Sie eine Erklärung dafür, wie es Ihnen immer wieder gelingt, auf den Punkt fit zu sein und Ihre Konkurrenz zu düpieren?
Schumi: Ich bin manchmal selbst überrascht, dass alles immer so toll funktioniert. Wir hatten dieses Jahr eine spannende Saison und ein echtes „Herzschlagfinale“, bei dem ich dann am Ende die Nase vorn hatte. OOHA: Was viele nicht wußten, aber doch auch irgendwie geahnt hatten: Bei dieser WM haben Sie doppelt geleistet: Zum einen die WM gewonnen, ganz klar, super Sache! Aber zum anderen diese, Sie haben es angesprochen, unglaubliche Spannung bis zum letzten Rennen.
Schumi: Ganz klar, es war echt eine unglaubliche Spannung, die Fans konnten quasi bis zur letzten Runde mitzittern, und am Ende habe ich es dann doch wieder geschafft, einfach unglaublich.
OOHA: Nun eben, und das lag nicht nur an den Stärken der Konkurrenz…
Schumi: Ja, gut, das dürfen Sie aber nicht weitersagen, wir haben da auch ein bischen gut mitgespielt…
OOHA: Ja, jetzt erzählen Sie doch mal.
Schumi: Also, Ende der letzten Saison, die wenigsten werden sich daran erinnern, weil die Einschaltquoten richtig im Keller waren, kam Bernie Ecclestone auf mich zu und sagte: „Hallo Schumi, du bist ein netter Kerl, du bist ein guter Fahrer und du bringst immer die maximale Leistung, und genau das ist das Problem. Einem Sport ohne Titelkampf rennen die Zuschauer weg. Bleiben die Zuschauer weg, bleibt das Geld weg. Bleibt das Geld weg, stirbt der Sport.“
OOHA: Und sie mußten es an der eigenen Geldbörse erfahren?
Schumi: Richtig, die Gehaltskürzungen machten auch um mich keinen Bogen. 15 Mio. weniger. Da schlugen bei meiner Frau die Alarmglocken. Wir müssen immerhin zwei Kinder großziehen und haben auch sonst noch Ausgaben.
OOHA: Also stand diese Saison bei Ferrari unter dem Stern der kontrollierten Offensive, dem Motorsport zuliebe?
Schumi: Ja richtig. Den Titel wollten wir uns am Ende natürlich nicht nehmen lassen, aber spannend sollte es bleiben, bis zur letzten Runde.
OOHA: Erzählen Sie mal, wie geht man da vor als Fomel 1 Fahrer? Fährt man da dann mit angezogener Handbremse?
Schumi (lacht): Ja, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin ein Fahrer der nur voll fahren kann. Deshalb haben wir meistens etwas am Auto manipuliert um die Performance zu verschlechtern: Beim GP von Brasilien haben wir dann tatsächlich die Handbremse um zwei Zacken angezogen. Letzten Endes habe ich den Mechanikern viel zu verdanken. Sie hatten immer neue Ideen, wie man das Auto bremsen konnte: In Hockenheim haben Sie meine Reifen mit Sekundenkleber bearbeitet und beim Qualifying in Suzuka mit Schmierseife. Also das sind schon tolle Jungs, denen ich an dieser Stelle ein riesen Kompliment machen muß.
OOHA: Einfach unglaublich, das muß man sich einmal vorstellen. Und dennoch haben Sie es wieder einmal geschafft.
Schumi: Naja, natürlich bin ich auch einige Male mit Top-Performance unterwegs gewesen, um die nötigen Punkte für den Titel einzufahren.
OOHA: Nun, Ok, aber wir wollen Ihre Leistung nicht schmälern (die Deutschen sehen ja angeblich immer nur das halb leere Glas). Für uns sind Sie dieses Jahr nicht nur Weltmeister, nein, sie sind Doppelweltmeister, jawohl! Das ist einfach ein unglaubliches Ding, mit angezogener Handbremse zum WM-Titel, Wahnsinn! Das ist einfach sagenhaft und zählt, da ist sich unsere Sportredaktion einig, doppelt.
Schumi: Dankeschön. Bin ich denn jetzt 7-facher Weltmeister?
OOHA: Ja, das sind Sie! Gratulazione!
Schumi: Mensch super. Dann wird es heute sicher wieder eine riesen Party geben.
OOHA: Mensch super, ist doch super!
Schumi: Ja, alles super!
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