 Nach den bereits mehrfach gerügten verbalen Entgleisungen des Tagesthemen-Superstars Ulrich Wickert, bat uns der Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks die Sachlage zu bewerten, um dann entscheiden zu können, ob Wickert im öffentlich-rechtlichen Rundfunk weiter tragbar ist. Für alle, die nicht mitbekommen haben, was den primär analytisch denkenden, stark belesenen, allseits hochinformierten und bei jung und alt überaus beliebten Wickert urplötzlich in Mißkretit gebracht haben soll, hier eine kurze Zusammenfassung:
Wickert behauptete in einem Interview mit dem Magazin MAX folgendes: Der Terrorgott, Osama Bin Laden, und der Chef der freiheitlichen Welt, George W Bush, hätten eine Gemeinsamkeit, die Denkstrukturen. Wickerts These lautete: Bush = Bin Laden = Denkstrukturen = identisch. Nun wollen wir diese Aussage nicht einfach pauschal abkanzeln und verurteilen. Wir sind der Ansicht, dass man im Falle eines Vergleiches von Denkstrukturen nicht einen Politiker oder einen Fernsehmenschen befragen sollte –die haben sich ja gleich wie von selbst zuhauf gemeldet und Wickerts Rücktritt gefordert-, sondern einen Biochemiker oder einen Neuropathologen. Genau das haben wir getan und Herrn Prof. Prof. Dr. Dr. Ulrich Schwitzfieber von der Uni Bern damit beauftragt, etwas Licht in das Dunkel „irrer Denkstrukturen“ zu bringen. Herr Schwitzfieber vereint beide Wissenschaftszweige, den der Biochemie und den der Neuropathologie in seiner umfangreichen Lehre rund um Hirne und deren Träger. Er erregte seinerzeit schon bei der retrokausalen Einordnung der Denkstrukturen von Lothar Matthäus und Dr. Frankenstein einiges Aufsehen.
Um zu klären, ob Bushs und Bin Ladens Denkstrukturen tatsächlich identisch sind, ging Schwitzfieber streng nach seiner Lehre vor und entwickelte einen Fragebogen, mit dem er sowohl Herrn Bush, als auch Herrn Bin Laden konfrontierte. Fragen Sie nicht, wie es Schwitzfieber gelungen ist, Bin Laden, den wohl meistgesuchten Mann auf dem Planeten, innerhalb weniger Stunden aufzusuchen, zu finden und mit dem speziellen Fragebogen zu konfrontieren. Er hat es -wie es aussieht- irgendwie geschafft. Vor wenigen Minuten erreichte unsere Redaktion ein Fax: Es beinhaltet die vollständig ausgefüllten Fragebögen des Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika und des wohl gerissendsten Terrorchefs aller Zeiten zur Identitätsüberprüfung beider Denkstrukturen:
Inhalt des Faxes (übermittelt durch Prof. Prof. Dr. Dr. Ulrich Schwitzfieber von der Uni Bern):
FAX vom 05.10.2001 23:59 +0033 233200092 (Nummer von der Redaktion geändert)
Liebe Kollegen. Nachdem ich den Fragebogen heute gegen 7:30 Ortszeit von Herrn Bush in Gegenwart meiner Person und eines bis auf die Zähne bewaffneten texanischen Luftwaffengenerals ausfüllen ließ, konnte ich heute gegen 23:15 (gefühlte Zeit) Bin Laden ebenfalls dazu bringen, den Fragebogen unter meiner persönlichen Aufsicht und der von 32 Kampfhunden auszufüllen. Ich versichere beim Grab meiner Urgroßmutter, dass Bush und Bin Laden getrennt voneinander befragt wurden. Dies war nicht weiter schwierig, ist aber für ein korrektes Ergebnis unabdingbar.
Hier das Ergebnis inclusive einer Zusammenfassung der Fragebögen (auch zur Weiterleitung an den Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks in der Sache Ulrich Wickert):
Fragebogen:
Frage A: Wieviel Uhr ist es?
Präsident Bush: Keine Ahnung. Da muss ich meine Berater fragen.
Bin Laden: Die Zeit ist der Taktgeber der Verunsicherten und der Verdammten. Die Uhr ist immer so spät, wie sie gestellt wurde. Ich habe meine Uhr gerade auf 23:55 gestellt. Manchmal kann es auch zu spät sein ;-)
Frage B: Sie können drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Was nehmen Sie mit?
Präsident Bush: Keine Ahnung. Da muss ich meine Berater fragen.
[Ich weise Präsident Bush darauf hin, dass er nicht jede Frage durch seine Berater beantworten lassen könne, da wir so zu keinem Ergebnis kommen. Daraufhin bittet er, diesen Umstand mit seinen Beratern besprechen zu dürfen, was ich natürlich erlaubte. Danach entschuldigt er sich und betont, dass er fortan alle Fragen selbst beantworten werde]
Präsident Bush: Ich nehme mit: Eine Fernlenkrakete mit Atomsprengkopf, ein Raketenabwehr-Schutzschild, eine Kiste Schnaps (wenn eine Kiste nicht als Gegenstand zählt, nehme ich eine Flasche Schnaps)
Bin Laden: Guinnesbuch der Rekorde. Chemie-Klo. Goldene Rolex.
Frage C: Weshalb gerade diese Gegenstände?
Präsident Bush: Die Fernlenkrakete verwende ich, wenn ich in der Ferne ein Rettungsschiff der US-Armee wahrnehme, als Rauchzeichen. Das Abwehrschild brauche ich, um zu vermeiden, dass ich mich mit der Rakete selbst bombardiere, falls es Probleme mit der Lenkung gibt. Die Kiste/ Flasche Schnaps brauche ich für alle Fälle.
Bin Laden: Das Guinnesbuch der Rekorde brauche ich als Inspiration für meine nächsten Projekte. Das Chemie-Klo brauche ich, weil es meine Religion verbietet, in die Natur zu urinieren. Die goldene Rolex trage ich schon seit Jahren, und dabei möchte ich bleiben (Falls ich Präsident Bush eines Tages treffen sollte, möchte ich ihm diese Uhr persönlich in den Arsch schieben).
Frage D: Sie sitzen mit drei Kollegen Ihrer Wahl in einem Auto, das einen steilen Abhang hinunterrast, und die Bremsen versagen. Wer sind Ihre Kollegen, und wie reagieren Sie?
Präsident Bush: Meine drei Kollegen sind meine besten Berater. Wie sie reagieren kann ich noch nicht sagen.
Bin Laden: Meine drei Kollegen sind Mohammed, Suffit und Mulisuffus. Ich bitte meine drei Kollegen, die Scheiben herunterzukurbeln, aus den offenen Fenstern herauszuklettern und sich zwischen die drehenden Reifen und die Fahrzeugkarosserie zu keilen, um so den Wagen abzubremsen und zum Stillstand zu bringen.
Ende des Fragebogens. Die Auswertung ergibt: Die Denkstrukturen von Präsident Bush und Bin Laden sind NICHT identisch. Die Gemeinsamkeit beider besteht nicht in den Denkstrukturen, sondern in dem Problem, sich selbst im Wege zu stehen.
In diesem Sinne. Ein dreifaches Helau nach Berlin.
Prof. Prof. Dr. Dr. Schwitzfieber
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