
Das G8-Gipfeltreffen in Genua, an dem die Staatschefs der sieben reichsten Länder der Erde und der Staatschef des ehemals furchteinflößendsten Staates am 20.07.2001 wieder einmal zusammentrafen, war sicher notwendig und wichtig. Wenn es auch wenig erfolgreich war, so war es aber dennoch ein Ereignis, das stattfand. Das Gerede und Geziehe, das Champagner-Geproste und Austern-Geschlürfe, das „big is beautyfull“ und „we rule the world“ brachte keine Ergebnisse. Warum eigentlich? Belaufen sich die Kosten des Gipfels doch auf rund 50 Mio. Mark. Der Beobachter des öffentlichen Großereignisses kann sich nur wundern: Die interessanten Themen waren nicht die Inhalte des G8 Gipfels, sondern eher die Randgeschehnisse rund um das Treffen: Hier ein Demonstrant, der nicht wußte, wohin mit seinem Feuerlöscher und dafür im Gegenzug eine Kugel im Schädel kassierte... Da eine Gegenveranstaltung in Afrika mit den Tänzern aus Burundi. Von den wichtigsten Männern der Welt gab es wenig zu hören bis auf ein einig bleiernes Gebrabbel, man müsse Afrika wieder auf die Beine helfen und das nächste Mal vielleicht einen etwas bescheideneren Gipfel anberaumen...
Ist halt dumm gelaufen, sagen Sie? Unsere Politiker brauchen auch mal ein bißchen Auslauf, meinen Sie? Sie denken, das sollte man jetzt einfach mal so akzeptieren? Kann man, muß man aber nicht! Denn logisch: Wir stehen auf der Matte, wenn es darum geht, die Welt zu verbessern. Das ist schließlich unser Job. Also „Kollegas“: Das Problem ist ja bereits einigermaßen klar erkannt: Es wird zunehmend dicht und unwirtlich auf diesem Planeten. Das Globale Monopoly geht in seine Endphase. Die Gewinner sind längst bekannt und die Verlierer bleiben nur noch so lange im Spiel, wie sie ein paar Almosen hingeworfen bekommen. Wir haben es mit einer himmelschreienden Ungerechtigkeit zu tun, und es besteht akuter Handlungsbedarf. Im Gegensatz zu unseren Freunden mit den Feuerlöschern greifen wir allerdings gleich richtig an. Wir nennen uns - ist ja wohl klaro - nicht Globalisierungsgegner (diesen lahmarschigen Begriff versteht ohnehin kein Mensch), sondern Globalisierungszerstörer, kurz „GZ“, um gleich mal unsere Marschrichtung vorzugeben.
Lesen Sie nun erste Auszüge aus unserem Kampfpapier (Gründe der Geheimhaltung halten uns noch zurück, das komplette Papier abzudrucken. Die Auszüge geben allerdings einen guten ersten Eindruck.)
Unser erklärtes Ziel:
a) Erkennung aller Mechanismen, welche die Globalisierung fördern.
b) Bekämpfung dieser Mechanismen.
Mechanismus 1: Infrastruktur
Maßnahme 1: Alle Verkehrsknotenpunkte rund um den Globus kappen und unwiderruflich zerstören.
Dazu gehören:
- Straßenkreuzungen ab 4-spurig oder ab 20m Breite.
- Häfen ab 10 Boote Fassungsvermögen [außer Tretboot].
- Sämtliche Flughäfen [außer Sportflugzeuge und Kampfjets mit einem maximalen Radius von 100 km]
- Sämtliche Filialen der Restaurant- und Handelsketten McDonald’s, Aldi, Stinnes Baumarkt, OBI, Bauhaus, Real, Walmart
- Sämtliche Tankstellen [außer Vertrieb von frischen Bäckereiwaren und Gemische 1:50 und 1:25 für Mopeds und Rasenmäher]
- Sämtliche Grenzübergänge
- Berggipfel höher als 1000m
Mechanismus 2: Kommunikation
Maßnahme 2: Kommunikationstools global lokalisieren und eliminieren:
- Internet einstampfen
- Telefon einstampfen
- Zeitungen, Zeitschriften, Kinokarten, bedrucktes Toilettenpapier, Stifte, Buntstifte, Papier, Drucker abschaffen
- Fernsehen einstampfen
- Radio einstampfen
- Botengänge ab 1500m Distanz verbieten
- Brieftauben umschulen
- Sprachschatz auf 300 Worte reduzieren
Mechanismus 3: Kapitalismus
Maßnahme 3: Kapitalismus kopulierende Unternehmen und Tools reduzieren und kanibalisieren.
Dazu gehören:
- sämtliche Börsen, Banken, Versicherungen...
... Ich höre gerade, unser Aktionsführer und OOHA-General Pustin ist der Meinung, daß diese Vorab-Infos erst einmal reichen... OOHA wird Sie in dieser Angelegenheit selbstverständlich auf dem laufenden halten. Tut uns natürlich leid, daß wir das vollständige Papier nicht drucken dürfen... Nach einer Identitätsüberprüfung, für die Sie lediglich ihren rechten Mittelfinger in unserem Hauptquartier abgeben müssen, haben Sie die Möglichkeit, unseren Faxabruf [0190 -000000000, 49 Seiten, 96 DM/Min.] oder unseren Audioservice [0190 -000000001, 2 Tage und 2 Nächte, General Pustin liest live vor! 198 DM/Min.] zu nutzen, damit Ihnen alle Informationen zur Verfügung stehen.
OK, ich denke, das war’s fürs Erste. Bleiben Sie in Stellung! Verlieren Sie nicht Ihre Bombenstimmung! Wir melden uns, wenn es weiter geht.