
Gerade ereilt uns die Meldung, dass drei Insassen aus einem Big-Brother-Haus in Dänemark ausgebrochen sind. Wie uns die dänische Polizei mitteilte, sind Sören, 25, Christian, 24, und Pil, 32, auf der Flucht. Es handelt sich bei allen drei um in ihrer Persönlichkeit stark zurückgebliebene Kreaturen, die vom Kamera-Fet-Gisischt-Syndrom gepeinigt werden. Diese Krankheit ist nahezu unheilbar, Big-Brother-Stationen allerdings können das Leid der Patienten lindern.
Wozu ehemalige Big-Brother-Insassen fähig sind, musste die deutsche Öffentlichkeit bereits bitter erfahren. Einige stürmten nach ihrer Freilassung ohne jede Vorwarnung die deutschen Musikcharts und lösten damit nachgewiesenermaßen die Maus-und-Klausseuche aus. Andere brachen immer wieder in die Sender ein und zwangen die Kameraleute, mitten in Talkshows Aufnahmen von ihnen zu machen.
Jetzt haben wir es erstmals mit Ausbrechern zu tun, die ihre Therapie nicht ordnungsgemäß abgeschlossen haben. Niemand weiß, wie sie sich in der Öffentlichkeit verhalten, erklärt der Fachverband für Kamera-Fet-Gisischt-Syndrom-Geschädigte (FKFGSG). Momentan halten sich die Flüchtlinge noch in Dänemark auf. Es ist aber ungewiss, ob sie nicht vielleicht auch über die Grenze nach Deutschland fliehen werden.
Laut FKFGSG sprechen wir hier von einem europaweiten Problem. Ihren Ursprung hatte die Seuche in Holland. Mittlerweile gibt es in nahezu allen europäischen Ländern so genannte Big-Brother-Häuser. Ein Ende der Epidemie ist nicht in Sicht. "Solange sich die Kranken in diesen für sie eingerichteten Häusern aufhalten, haben wir das Problem im Griff", so die Psychologin und Vorsitzende Herta Schweinfurt vom FKFGSG. Bewegten sie sich allerdings in "freier Wildbahn", könnten sie für die normale Bevölkerung zum Problem werden. Nach und nach könne sich das zu einer Plage ausweiten, die schlimmer sei, als die Pest.
Kranke erkenne man daran, dass sie ihr Gesicht quasi vor jeder nächsten Kamera festsetzen. Hätten die Betroffenen gerade keine Kamera vor sich, drehten sie durch und würden dementsprechend unberechenbar. Für den Fall, dass Sie einer Person mit Kamera-Fet-Gisischt-Syndrom begegnen, rät Herta Schweinfurt, sofort etwas aus der Tasche zu ziehen, das so aussieht wie eine Foto- oder Filmlinse. Idealerweise haben Sie so einen Gegenstand neben dem CS-Gas immer griffbereit. Zur Not kann es auch eine Attrappe oder ein halb leeres Marmeladenglas sein. Es sollte aber in jedem Fall ein surrendes Geräusch von sich geben. Falls Sie keine Kamera dabei haben, kann es unter Umständen auch helfen, den Kranken mit offenem Mund bewundernd anzuschauen und ihn um ein Autogramm zu bitten. Tun Sie einfach so, als sei der Kranke Ihr bester Freund aus dem Kindergarten, ein Superstar oder ein Alien.