OOHA Satire

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Sport: Football is leaving home! Verfasst : c2net
Ist der deutsche Fußball noch zu retten? Diese Frage stellt sich zur Zeit jeder, der auch nur ansatzweise mit Fußball zu tun hat. Der deutsche Fußball, das war gute deutsche Wertarbeit über Jahrzehnte hinweg. Gegnerische Mannschaften erstarrten vor grenzenloser Ehrfurcht, wenn sie das Los ereilte, sich mit den Deutschen auf dem Fußballplatz messen zu müssen. Die bedingungslose Kampfbereitschaft, und der bis ins Absurde gesteigerte felsenfeste Siegeswille der deutschen Fußballhelden ließ gegnerische Mannschaften aller Herren Länder im Vergleich stets alt aussehen.



Und nun? Nun haben wir einen Angstgegner. Der Angstgegner heißt Ukraine. Es geht um den Einzug in die Fußball-WM-Endrunde 2002 in Japan und Korea. Eine WM ohne deutsche Beteiligung, das gab es, da sind sich alle Historiker einig, noch nie.
Nun fragen sich erste Feingeister, was passiert, wenn der schlimmst anzunehmende Fall, der German-Soccer-Supergau, eintritt, und die erfolgshungrigen, unerbittlichen Ballzauberer aus der Ukraine den deutschen Weichei-Kickern so richtig einen einschenken. DFB-Spitze Gerhard Meyer- Vorfelder hat bereits vorgesorgt und eine Spezialeinheit beauftragt, die Frage zu prüfen, ob eine Fußball-WM ohne deutsche Beteiligung überhaupt legal ist. Fachleute aus der Szene, wie Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Augenthaler und Franz Beckenbauer, die der Initiative bereits ihre volle Unterstützung zugesagt haben, sind ebenfalls der Meinung: „Fußball-WM ohne die Deutschen, das gibt es doch gar nicht!“ Schon fragen sich die FIFA-Funktionäre ernsthaft, ob sie die WM abblasen, oder zur Not nach Deutschland verlegen sollen. Das Land, das die WM ausrichtet, ist ja automatisch qualifiziert. Blöderweise hat uns Franz Beckenbauer, Wunderstürmer, die WM als Austragungsort nur für 2006 sichern können. Viele Deutschen fragen sich: „Kann die Fußball-WM der Einfachheit halber nicht immer in Deutschland stattfinden?“ Langfristig muß man darüber sicher nachdenken. Auf kurze Sicht stecken wir allerdings in einem ernstzunehmenden Dilemma. Was tun in 2002? Fußball-WM ohne Deutschland, das hört sich an wie „Sauerkraut ist ein Leibgericht der Bevölkerung von Tansania“ oder „den zweiten Weltkrieg hat es nie gegeben“. Viele der bereits qualifizierten Mannschaften –wie zum Beispiel Polen- fragen sich, ob eine WM ohne deutsche Beteiligung überhaupt Spaß macht: Der Sieger der WM hätte schließlich immer das ungute Gefühl im Bauch, daß er zwar alle Mannschaften im Vergleich bezwingen konnte, nicht aber die Deutschen, die eigentlich Besten.



Daß die deutsche Mannschaft die Qualifikation aus eigener Kraft schaffen kann, daran glaubt im Moment eigentlich kein Mensch mehr. Zu schlecht ist es um das Spiel der Deutschen bestellt. Und auch die Moral unserer Nationalspieler scheint am Boden. Christian Ziege etwa gab kürzlich in einem SAT1-Interview zu verstehen, daß er zwar gerne gegen die Ukraine spielen würde, aber gleichzeitig anregen wollte, daß in der Nähe zur Ersatzbank ein Chemie-Klo aufgestellt wird, da er die Hosen ganz schön voll hätte. Und National-Coach, Rudi Völler, gestand gegenüber dem Sender: „Wenn es möglich wäre, würde ich Euch bitten, diesmal ausnahmsweise keine Kameras aufzustellen.“ Es wäre doch auch mal etwas ganz Tolles, ein Fußballspiel, dem alle entgegenfiebern, nicht zu übertragen. Und außerdem würde es unsere Spieler von dem enormen Druck, der auf ihnen lastet, etwas befreien.



Das ist eigentlich ein schöner Gedanke, den unser Bundestrainer da ausgesprochen hat. Während das Spiel läuft, könnte SAT1 das WM-Finale von 1954 übertragen oder ein 90-minütiges Interview mit Franz Beckenbauer und Günther Netzer ausstrahlen. Eine weitere Möglichkeit wäre –Technik macht`s möglich- vor dem Anpfiff des Spiels einen virtuellen Trikot-Tausch per Computersimulation durchzuführen, so daß während des Spiels die Deutschen die Trikots des ukrainischen Nationalteams tragen und umgekehrt. Das würde wenigstens das Leid der Fernsehzuschauer lindern und nach dem dritten „Wahrsteiner“ wären alle Probleme rund ums Fußball-Deutschland aufgelöset.
 
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