OOHA-hilft! [1]: Hilfe, unser Hof wird notgeschlachtet! [2]

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Jo mei, liebes OOHA-Magazin, liebes Deutschland und liebe Kühe Deutschlands,



das mit dem BSE, das ist schon was! Also, es tut mir ja echt Leid, und ich spreche da, glaube ich, für die Kuh im Allgemeinen. Wir konnten unserem Auftrag, auf engstem Raum eingepfercht leckeres Tiermehl zu noch leckereren Hüftsteaks zu verdauen, einfach nicht mehr gerecht werden. Deswegen verstehen wir auch nicht, wieso plötzlich wohlverdiente und gut verdienende Minister des Amtes enthoben werden. Wir haben doch diese üble Krankheit entwickelt und nicht die Politiker und netten Menschen, die uns immer Speis und Trank und Obdach gegeben haben, oder?
Nochmal zur Erinnerung: Dank der industriellen Massentierhaltung konnten wesentlich bessere Gewinnmargen in der Agrarwirtschaft erzielt werden. Der Fortschritt war, dass die Kuh nicht mehr nur als Lebewesen, sondern als das zentrale Glied in einer Produktionskette angesehen werden konnte. Das war für uns natürlich eine riesige Aufwertung. Hatten wir doch die saubere Bergluft und die saftig grünen Wiesen auf unserer Alm echt satt und freuten wir uns, mal etwas anderes auf unseren Speiseplan zu bekommen: leckeres Tierkadaverundresteallerartsolangeesdiekuhfristmehl, mjam, mjam. Ein weiterer nennenswerter Vorteil war, dass wir uns an den Absperrungsdrähten, mit denen die Wiesen auf der Alm umzäunt waren, keinen Stromschlag mehr holten, sondern uns in unseren hübsch eingerichteten Mastparzellen schön ausruhen konnten, bis der Rinderwahnsinn kam.



Für die Zukunft wäre vielleicht sogar noch einiges mehr an Einsparungen drin gewesen. Zum Beispiel hätten wir mit unseren eigenen Fäkalien oder – noch sinnvoller – mit Uran angereichertem Sondermüll gemästet werden können. Womöglich hätte unsere Spezies dadurch den Dienst am deutschen Volk noch weiter steigern und im ein oder anderen Nato-Friedenseinsatz als lebende Platzpatrone eingesetzt werden können. Aber wie wohl: Eine Kuh ist nur eine gute Kuh, wenn sie gerade mal noch so auf den eigenen vier Beinen stehen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Und womöglich hätte dann auch unser Verstrahlungsminister Scharping später ein Erklärungsproblem, wieso sich die Leukämierate in der Bevölkerung verhundertfacht hätte.



Um zum aktuellen Problem zurückzukehren: Wir sind allem Anschein nach verseucht. So lecker, wie das Tiermehl uns gemundet hat, ist es uns offensichtlich nicht bekommen. Muh-Mah-Ghandi hat uns in den 50ern ja noch gewarnt. Das mit dem Fleisch, das sei nichts für uns. Aber wir konnten uns ja nicht zurückhalten. Hätten wir's nicht gegessen, wären wir nicht krank.



Selbstverständlich erscheint es in dieser Situation logisch, alles Leben rund um eine infizierte BSE-Kuh auszurotten. Wenn man mich fragt, würde ich zwar lieber am Leben bleiben, aber irgendwie müssen wir da jetzt durch. All unser Fleisch, das der Mensch nicht mehr genießen kann, ist wertlos und muss verschwinden. Das ist wirklich die beste Lösung, um das Übel an der Wurzel zu greifen. Ich bin fast geneigt zu sagen: Das ist die Endlösung.



Haltet durch!

Und in einem bin ich mir ziemlich sicher: Schlimmer kann es für uns nicht mehr kommen ...



Eure deutsche Kuh
Links
  1. http://www.ooha.de/index.php?module=News&func=view&prop=Main&cat=10003
  2. http://www.ooha.de/index.php?module=News&func=display&sid=31