
Mein Leben ist null und nichtig. Ich habe nie etwas wirkliches erreicht. Ich bin dumm geboren und dumm geblieben. Ich bin zwar ein Model, aber ich sehe trotzdem scheiße aus. Meine dumme Freundin sagt, dass mich meine Agentur nur vermitteln konnte, wenn es um Werbung für Produkte wie Buchstabensuppen, Brillenputztücher oder getragene Damenslip Automaten ging. Mein Leben ist die Dummheit, und die Dummheit ist mein Leben. Ich habe nichts, aber auch gar nichts geleistet, bis auf meine dumme Visage in eine dumme Kamera zu halten und so dumm wie möglich zu schauen. Ich sehe auf jedem Bild so aus, als hätte ich eine Frisbeescheibe verschluckt, Gott ist mir übel.
Ich habe in meinem Leben gar nicht geleistet. Gar nichts. Null. Bis auf die 2-5 Sekunden Beinebreitmachen für Boris. Wie kann ein Mensch auf dieser Welt nur so wenig wert sein wie ich? Ich bin so gedemütigt! Mein Leben besteht genau aus diesen 2-5 Sekunden Leistung. Beinebreitmachen für Boris. Mann, ist mir schlecht. Ich fühle mich so ausgenutzt. Mein ganzes Leben hätte so eine schöne Nullnummer sein können.
Und was die Welt noch nicht weiß: Boris war damals nach dem Match in Wimbeldon nicht mit mir in der Wäschekammer verabredet, sondern mit meiner dummen Freundin. Sie sagte zu mir: "Pass mal kurz auf die Wäschekammer auf". In der Wäschekammer war es aber stock finster und ich fand den Lichtschalter nicht. Dann kam da plötzlich dieser Hochgeschwindigkeitszug angebraust, den ich nicht mehr aufhalten konnte. Den Rest der Geschichte kennen Sie ja. Meine einzige Leistung im Leben besteht also genau genommen darin, mich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Wäschekammer, in der es keinen Lichtschalter gab, aufgehalten zu haben. Das war auch gleichzeitig der erste und der letzte Sex, den ich in meinem Leben hatte. Meine Freundin sagte: "Heb alle deine Kleider auf, die der prominente Schmutzfink besudelte." Das habe ich gemacht. Ich habe alle Kleider an einen sicheren Ort gebracht. Oh Jesus... ich bin genau so dumm wie ich aussehe!