OOHA Satire

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Politik: Sozialstaat, nein danke! Verfasst : blondbabe
Gerhard Schröder ans Volk: Verehrte arbeitslose Bundesbürgerinnen und Bundesbürger,



lassen Sie mich die Gelegenheit nutzen, hier im OOHA Magazin ein paar Dinge klarzustellen, die in den vergangenen Tagen von dem ein oder anderen womöglich falsch aufgenommen wurden. Ich habe nach wie vor nichts gegen Arbeitslose. Das sind genauso ehrenwerte Bürger wie ich und du. Nur habe ich mittlerweile zwei Probleme mit ihnen:



Erstens geht es mir so langsam auf die Nerven, dass diese Nichtstuer nach wie vor in sämtlichen Arbeitslosenstatistiken auftauchen. Das bedeutet, ich bekomme bis zur nächsten Bundestagswahl nie und nimmer vernünftige Ergebnisse hin. Da die Presse damals, als ich Kanzler wurde, genau mitgeschrieben hatte – ich sagte, ich werde mich an den Arbeitslosenzahlen messen lassen –, ist das ein echtes Problem für mich, wie Sie sicher verstehen werden.
Zweitens habe ich langsam, aber sicher keinen Bock mehr – entschuldigen Sie bitte diese Ausdrücke –, diese ganzen volljährigen Windelpupser und U-Bahn-Schacht-Eckenpinkler staatlich legitimiert durchzufüttern. Es kann nicht sein, dass ich jeden Abend, wenn ich vom Kanzleramt nach Hause latsche, von einer Horde fahlgesichtiger, stinkender Penner angebrunst und teilweise sogar halb überfallen werde, oft mit der Bitte „Kannste mir mal das Bier aufmachen?“ oder „Haste mal 'ne Cohiba?“.



Ich kann mir diesen ganzen Müll in Deutschland echt nicht mehr reintun. Sozialstaat meinetwegen, schön und gut, aber bitte nicht auf meine Kosten und derer, die jeden Morgen um 5 Uhr aus dem Bett fallen. Sicher hat jeder Mensch mal 'ne Phase, wo es nicht so gut läuft. Aber das muss ja nicht gleich jeder mitkriegen! Zu meiner Zeit hat man sich noch geschämt und ins Hemd gepisst, wenn man keine Arbeit hatte, und ist dann aber trotzdem morgens um 7 Uhr aufgestanden und hat sich dann meinetwegen den ganzen Tag zwischen den Autos eines öffentlichen Parkplatzes versteckt. Heute sehe ich nur, wie sich die Arbeitslosen gegenseitig zuprosten und auf die Schultern klopfen, als hätten sie das große Los gezogen.



Jeden Tag Wochenende, jeden Tag Feiertag, jeden Tag Ostern und Weihnachten gleichzeitig ... Aber nicht mit der SPD! Wir hassen arbeitslose Nichtstuer, deren einziger Job darin besteht, die Schnapsregale bei Aldi abzuräumen. Wir sind hier in Deutschland und nicht am Ballermann, und in Deutschland heißt es: Zähne zusammenbeißen und arbeiten. Nichtstun können Sie woanders. Es gibt noch genug andere Länder auf diesem Planeten, wo es o.k. ist, einfach nur mal die Seele baumeln zu lassen und so zu tun, als ob nichts wäre. Geht doch rüber nach Indien, Alaska oder nach ehemals Sowjetunion, ich hab' nichts gesehen! Also dann, tschüss jetzt ... Tschüss, hab' ich gesagt ... Immer noch da, ihr elenden Kakerlaken? Haut jetzt ab, ein für alle Mal! Oder soll ich noch den Fischer holen? Dann gibt's gleich noch 'nen Schädelbasisbruch gratis unter die Mütze. Da hilft dann auch keine Sozialkasse mehr. Nee, jetzt aber im Ernst: Verpisst euch und auf Nimmerwiedersehen!



Euer Gerhard Schröder
 
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