
Bill Clinton im OOHA Interview: OOHA: Willkommen Mr. President.
Clinton: Willkommen OOHA.
OOHA: Mr. President, was sagen Sie dazu, daß Sie für die meisten immer noch der Präsident der USA sind, obwohl die USA mit George Bush einen neuen Präsidenten haben?
Clinton: Es kann nur einen geben. Mein Nachfolger Mr. Bush ist ein Versager. Er ist schätzungsweise einer der schlechtesten Präsidenten, die der Planet jemals gesehen hat.
OOHA: Das sind deutliche Worte...
Clinton: Ihnen kann ich das sagen. Es gibt ja kaum noch Medien mit einer klarsichtigen Berichterterstattung. Es tut mir Leid, aber solange wir diesen seltsamen Revolverhelden an der Spitze unserer Regierung haben, werden die Leute weiterhin in meiner Person den Chef sehen. Es entspricht zwar nicht den Tatsachen, aber es ist doch ganz normal.
OOHA: Mehr als die Anrede ist Ihnen allerdings realistisch gesehen nicht geblieben. Was macht ein Ex-Präsident, der ehemals wichtigste Mann der Welt, mit soviel Freizeit.
Clinton: Das ist eine verdammt gute Frage. In erster Linie versuche ich immer, ich selbst zu bleiben. Man muss nicht zwingend der Präsident der USA sein, um in der Welt etwas auszurichten. Manchmal gelingt es gerade den benachteiligten Menschen, viel eher ein ehrwürdiges Leben zu leben. Das will ich nun auch versuchen.
OOHA: Ihr neues Büro in New York Harlem kostet immerhin noch 354.000 Dollar jährlich. Noch lieber wären Sie ja in ein noch besseres Büro in Midtown für 811.000 Dollar jährlich eingezogen. Ist das die neue Bescheidenheit des Bill Clinton?
Clinton: Kann man so sagen. Das Büro habe ich eigentlich hauptsächlich für meine Tochter Chelsea angemietet. Wir haben ihr immer nur das Beste zukommen lassen. Wenn sie ihr weiterbildendes Studium an der Oxford-Universität erfolgreich abgeschlossen hat, möchte sie an dieser neuen Adresse einen Hundefrisiersalon eröffnen. Diesen Wunsch hegt Chelsea seit knapp 15 Jahren, und den muß ich ihr einfach erfüllen. Ich persönlich werde mich aber mal richtig unters Volk mischen und mit meinen neuen Freunden hier in Harlem um den Block ziehen. Ich möchte das Leben wirklich einmal von einer anderen Seite kennen lernen und in Mülltonnen hausen, mit Drogen dealen und auch mal ein kleines Crack-Pfeifchen rauchen. Dazu hatte ich schon immer einmal Lust und ich denke, ich habe jetzt die besten Möglichkeiten damit anzufangen.
OOHA: Ein ganz schöner Lebenswandel, der Ihnen da bevorsteht. Machen Sie sich denn keine weiteren Sorgen um Ihre Gesundheit? Was ist mit Joggen und vital bleiben auch im Alter?
Clinton: Joggen gehen ist immer eine gute Sache, solange sie Präsident der USA sind und es bleiben wollen: Rund 75% unserer Bevölkerung sind begeisterte Jogger. Das ist ein echt hoher Anteil. Jogger sind außerdem schnell und präzise im Denken. Wenn eine Wahl ansteht, wählen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Politiker, die den fittesten Eindruck machen. Aus diesem Grund hätte zum Beispiel auch Arnold Schwarzenegger wirklich gute Chancen, US-Präsident zu werden. Natürlich brauchen Sie zusätzliche Fähigkeiten eines Politikers. Das sind "Quatschen" und "Grinsen". Idealer Weise können sie gut quatschen, grinsen und joggen. Erfüllen Sie lediglich die Kriterien gut joggen und grinsen, reicht das in einigen Fällen für eine Karriere in Bay-Watch, aber nicht weiter. Und nur Quatschen und Grinsen, da müssen Sie schon sehr gut quatschen und grinsen, oder Sie versuchen es in Deutschland. In Deutschland reichen teilweise die Fähigkeiten "fett sein" und "nuscheln", um es bis ganz an die Spitze zu bringen. Das ist allerdings unvorstellbar für unser Land. Also quatschen, grinsen und joggen, so sehen bei uns richtige Sieger aus.
OOHA: Joggen macht für Sie also keinen Sinn mehr.
Clinton: Nein.
OOHA: Basketball?
Clinton: Ja genau: hier mit den harten Jungs im Ghetto bei 'ner Runde Basketball sich die Lunge aushusten und dann wieder ran an die Crack-Pfeife. Dieses Leben ganz unten will ich auch noch gelebt haben. Viele meiner Politiker-Kollegen leben weit ab von der Realität. Sicherheitsleute schirmen sie ab von den niederen Instinkten der unteren Gesellschaftsschichten. Das ist nicht gut und schürt auf lange Sicht die Konfrontation. Diejenigen zu verstehen, denen es ohnehin schon gut geht, das soll nicht länger meine Aufgabe sein. Ich möchte die Gesetze der Straße hier in den Armenvierteln New Yorks kennenlernen und meine Vermutung bestätigen, daß ich auch ein echter Nigger bin. Und wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages meine Zelte direkt in Zentralafrika aufstellen und meinen Brüdern und Schwestern vor Ort aus der Bibel vorlesen.
OOHA: Mr. President, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.