Politik [1]: Der Prügelminister steht wieder im Ring [2]

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Joschka Fischer im OOHA-Interview: Unser erstes Gespräch mit Herrn Fischer vom 25. Januar 2001 endete in einem kleinen Zerwürfnis und für unsere Reporterin Ruth Geiger, die ein paar dumme Fragen zu viel stellte, in einer interessanten Nahtod-Erfahrung inklusive Lichttunnel, der Loslösung vom eigenen Körper und einem Schnuppergespräch mit Petrus. Anlässlich des Klein-Prozesses dachten wir, wir könnten mal wieder vorsprechen, um von unserem Außenminister noch ein bisschen was ins Mikrofon und den letzten Rest auf die Mütze zu bekommen.
OOHA: Hallöchen, Herr Außenminister, wie geht's denn so?



Fischer: Kann nicht klagen. Die Verletzung an der Hand, die ich mir durch die Brille Ihrer Kollegin zugezogen habe, ist ja so gut wie verheilt. Wie geht's denn eigentlich der Kollegin?



OOHA: Danke der Nachfrage, sie wird in zwei Wochen in die Rehaklinik verlegt. Der Arzt sagt, auf einem Auge wird sie wieder sehen können.



Fischer: Ja super, dann sind wir beide ja wieder wohlauf.



OOHA: Ja, quasi ... Dann also nüscht wie ran an die Buletten, wie wir Spontis sagen! In der letzten Zeit tauchten ja einige Hinweise auf, dass Ihre Verstrickungen in die terroristische Szene der siebziger Jahre doch etwas über den von Ihnen zugegebenen Umfang hinausgegangen sei. Immerhin sagte Ihr Kumpel Hans-Joachim Klein, der auf der OPEC-Konferenz 1975 in Wien einige Ölminister entführen wollte, Sie hätten ihn bei der Aktion unterstützt.



Fischer: Quatsch, ich habe ihm nur meinen Wagen geliehen. Das macht man unter Freunden eben so.



OOHA: Wie war das genau?



Fischer: Na ja, ich hing gerade zuhause ab, als Klein und Carlos bei ...



OOHA: Zuhause in Ihrer Gruppensex- und Drogenkommune in Frankfurt?



Fischer: Gruppensex? Jaja, schön wär's. Richtigen Gruppensex gab's praktisch nie, weil die eine Hälfte der Kommunarden meistens in Stammheim saß und die Frauen immer irgendwas vorschützten. Man stellt sich das heutzutage viel zu rosig vor. Meistens musste ich mich sexuell mit fünf, sechs Jungs und bisschen gepanschten Drogen zufrieden geben.



OOHA: Um auf die Frage zurückzukommen: Wie war das mit dem Wagen?



Fischer: Klein und Carlos kamen rum und fragten mich, ob sie mal meinen Wagen, einen BMW 2002, für "'ne Aktion" haben könnten. Na, ich bin eigentlich nicht kleinlich, aber ich verleihe meinen Wagen ungern, gerade auch für Anschläge. Vor dem BMW hatte ich einen superschönen grasgrünen Audi 100, ein Auto mit Herz und Seele. Als ich den damals an die Baader-Meinhofs verliehen hatte, bekam ich ihn mit der bis zur Unkenntlichkeit verschimmelten Leiche des Arbeitgeberpräsidenten Schleyer im Kofferraum zurück. Also, na ja, ich dachte mir ... ich dachte ...



OOHA: Sie dachten sich?



Fischer: Genau, ich dachte mir. Aber nicht dauernd dazwischenquatschen, Kleiner. Also: Ich gebe den Jungs den Wagen nicht, sondern setze Klein und Carlos einfach in Wien ab. Ich wollte ohnehin mit meiner damaligen Frau Daffne Urlaub in Italien machen. Das ist ja praktisch kein Umweg.



OOHA: Und das haben Sie gemacht?



Fischer: Jetzt hör mal zu, Bürschchen: Die Jungs hätten ihren Anschlag so oder so gemacht, aber dadurch, dass wir sie in unserem Wagen mitgenommen haben, konnten wir wenigstens ein bisschen Benzin sparen und die Umwelt entlasten. Ökologie, verstehen Sie? Also, was ist daran verwerflich?



OOHA: Sie und Ihre Frau haben also Klein und Carlos in Wien bei der OPEC-Konferenz abgesetzt und sind dann weitergefahren nach Italien?



Fischer: J...ein. Wollten wir eigentlich, dann kam alles aber doch ein bisschen anders. Also, Klein und Carlos steigen aus dem Wagen, wir helfen ihnen ihre Waffen aus dem Kofferraum zu laden, dann verabschieden wir uns ...



OOHA: Und?



Fischer: Gemach, gemach! Wie war das noch gleich? Ich glaube, Daffne musste mal für kleine Spontis. Ich bin im Wagen geblieben und habe mir 'ne Tüte gebaut und mich auf unseren Urlaub gefreut, da kommt Klein, der Depp, mit Magendurchschuss wieder aus dem Gebäude rausgerannt und rein ins Auto. Er hat geheult und geblutet. Ich meine, was sollte ich machen? Ihn wieder rausschmeißen? Ich hab den Jammerlappen zu einem vertrauenswürdigen Terroristenarzt gefahren, der ihn operiert hat. Das war "last exit" für Klein.



OOHA: Und dann mit Daffne ab nach Italien?



Fischer: Verdammi, quatsch mir nicht dauernd rein. Also, ich habe mich dann von Klein breitschlagen lassen, ihn mit dem Wagen runter in den Libanon zu bringen, wo er sich erst mal einige Zeit in einem PLO-Camp erholen konnte.



OOHA: Und Ihre Frau Daffne haben Sie in Wien sitzen lassen?



Fischer: Pass auf, was Du sagst! Du bist gleich dran! Und dann heißt es wieder das Wort Schmerzen neu buchstabieren lernen. Mit Daffne war das überhaupt kein Problem. Na ja, ich weiß auch nicht. wo sie abgeblieben ist. Die habe ich erst wieder in Frankfurt getroffen. Logisch, sie hat einen ziemlichen Aufstand gemacht. Sie wissen ja, wie Frauen sind, aber das hat sich wieder hingebogen. Wir sind dann ein Jahr später nach Italien, wobei ... Das war ja dann schon wieder mit der nächsten Frau: Karin, Katrin oder Karel oder so.



OOHA: Und als Sie gerade im Libanon waren, da haben Sie dann gleich noch an dem laufenden PLO-Kongress teilgenommen und die PLO-Resolution 411 "Hoch die panarabische Solidarität", die Resolution 412 "Nieder mit dem Zionistenstaat" und im Eifer des Gefechts auch noch die berüchtigte Resolution 413 "Isch ficke deine Mutter, Alter" unterschrieben oder wie war das?



Fischer: Jeppo, jetzt ist es wieder soweit! Dann wollen wir mal Deine Ritterrüstung öffnen. Wieso haben Sie sich überhaupt so dick angezogen? Halt mal still ... so ... stillhalten! Und jetzt schön den Mund auf. Auf damit! So, jetzt friss meinen Turnschuh ... Friss! Friss den Turnschuh! ... Schlucken, nicht kauen! ... Verdammt, ich sage runter damit! ... Runter! ... So ist's gut! ... Und jetzt den anderen ...
Links
  1. http://www.ooha.de/index.php?module=News&func=view&prop=Main&cat=34
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