 Dr. Merz, MdB, an das deutsche Volk: Viele Parteifreunde haben mich nach meinem letzten Beitrag gefragt: "Dr. Merz, was denn nun tun mit dem ganzen undeutschen Zeugs? Alle einfach rausschmeißen oder sollte man sie je nach Nationalität, Deutschkenntnissen, Haarfarbe oder Trinkfestigkeit aussortieren?" Ich als intellektuelle Strandhaubitze der Union bin natürlich für eine differenzierte Behandlung des ausländischen Mitbürgers. Wir müssen uns von der Vorstellung eines homogenen Gesamtkanakentums verabschieden. Bei meinen Patrouillen durch die Reichshauptstadt bin ich vielmehr auf ein sehr ausdifferenziertes Panoptikum, ich möchte fast sagen, Pandämonium fremdländischer Lebens- und Wesensarten gestoßen, das ich vor allem meinen Parteifreunden aus den eher inzestös geprägten ländlichen Gegenden Deutschlands vorstellen möchte. Heute werden wir uns mal den Türken zur Brust nehmen: Der Türke, viele nennen ihn ja den "Italiener des kleinen Mannes", ist laut, lustig, freundlich und geschäftstüchtig. Als er sich Anfang der siebziger Jahre schnauzbartbewehrt und ohne ein Wort Deutsch in den verfallenden Zentren unserer Großstädte einnistete, glaubten viele von uns an die Rückkehr des "Missing Link" zwischen uns und unseren ganzkörperbehaarten Vorfahren. Dieser Eindruck mag ja richtig gewesen sein, nur ist das mittlerweile gut 30 Jahre her. Der Türke steht heutzutage nicht mehr so gerne am Hochofen oder joggt dem Müllwagen hinterher. Seinen Lebensunterhalt verdient er inzwischen mit dem Verkauf von Altelektronik, Freibankgemüse, russischen Mädchen und allem, was sich sonst noch im Kofferraum seines Mercedes transportieren läßt. Seine Kochkünste waren früher so niedrig entwickelt, daß er im 19. Jahrhundert sogar als "Preusse des Orients" verschrien war. Inzwischen betreibt er jedoch oftmals original italienische Pizzerien und Schlimmeres.
Aber nun zu seiner Leitkultivierbarkeit: Größere kulturelle Leistungen des Türken sind uns nicht überliefert. Gerüchteweise hat er den Nescafe und die Sitte, Tee in zu kleinen Gläsern zu servieren, erfunden. Von daher eignet er sich natürlich idealiter, die hochgezüchtete deutsche Kultur, ich bezeichne sie ja immer als den "Porsche unter den Kulturen", zu übernehmen. Das größte Kultivierungshindernis ist seine seltsame Religion, die in seiner Heimat gerne von Lautsprechern auf hohen Kirchenschornsteinen verkündet wird. In Deutschland macht er das aber brav zuhause auf seiner Stereoanlage in Zimmerlautstärke, jedenfalls solange wir hier noch was zu sagen haben. In vielen Bereichen hat sich der Türke engagiert an die hiesigen Sitten und Gebräuche angepaßt: Einige Angehörige der dritten und vierten Generation halten sich bereits eklig aussehende Tölen und schimpfen über Asylanten. Manche sprechen sogar schon ein paar Brocken Deutsch. Von daher bin ich zuversichtlich, daß es uns gelingt, unseren türkischen Mitbürger in einen ordentlichen Träger unser Kultur zu veredeln.
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