OOHA Satire

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Politik: Leben mit der Leitkultur I Verfasst : mario_ganick
Dr. Merz, MdB ans deutsche Volk: Seitdem viele meiner Kollegen in der Führungsriege der Union ein Fachabitur oder einen noch höheren Abschluss vorweisen können, haben sich die politischen Diskussionen verfeinert: Heute sagen wir nicht mehr "die Bimbos bumsen unsere Töchter und klauen unsere Fahrräder, also ab mit der Morgenmaschine nach Ougadougou" sondern "der ausländische Mitbürger wird höflichst gebeten, sich der deutschen Leitkultur anzupassen, ansonsten: ab mit der Morgenmaschine nach Ougadougou".



"Was ist denn die deutsche Leitkultur?" fragt man mich nun allerorten.
Zur Beantwortung muß man zunächst wissen, was Kultur überhaupt ist, bzw. - noch wichtiger - wozu man Kultur überhaupt braucht: unsere Brüder und Schwestern in der Zone sind schließlich auch gut ohne ausgekommen. Zur ersten Frage: Der "Pschyrembel", das "Wörterbuch der deutschen Kultur- und Brauchtumspflege" definiert Kultur als "resublimiertes Korrelat eines strukturell pejorativen Gesinnungszusammenhangs der gesamthermeneutischen Seiendheit".



So weit, so klar. Bleibt zu klären, was als deutsch angesehen werden kann. Festzustellen ist, daß die alten deutschen Tugenden wie "Pünktlichkeit, Ordnung, draussen gibts nur Kännchen, in Urlaub fahren wir am liebsten mit der Wehrmacht" leider nur noch Klischees sind. Heutzutage gibt es ganz andere Erscheinungsformen: Der deutsche Mann drückt sein Deutschsein hauptsächlich durch Überholen mit 240 auf dem Standstreifen oder durch das Anbehalten der Socken beim Geschlechtsverkehr aus, während die deutsche Frau feinere Formen wie z.B. die sämige Mehlschwitze oder unrasierte Achselhaare in armfreien Kleidern kennt.



Vielleicht sind es aber auch die lieben kleinen anachronistischen Regelungen und Einrichtungen, die den Nationalcharakter bilden: In England z. B. das Königshaus und die ulkigen Pubschliessungszeiten. Hierzulande wäre dabei an die lustige Regel zu denken, dass das siebenköpfige DFB-Präsidium zusammen nie mehr als 100 IQ haben darf: Benennt man z.B. einen Primaten wie Karl Schmidt (32 IQ) zum Schatzmeister, dann muß man bei der weiteren Besetzung einsparen, indem man sich beim geschäftsführenden Präsidenten mit einer präkambrischen Lebensform wie Mayer-Vorfelder begnügt ( 7 IQ, an warmen Tagen bis zu 9).



Wir in der Union sind uns jedensfalls sicher, dass Deutschtum keine Frage der Rasse ist, sondern eine der Leitkulturkompatibilität ist. So könnte man z.B. abzuschiebenden Bimbos nochmal einen 6-monatigen Bewährungsaufenthalt in Deutschland einräumen, wenn sie in der Morgenmaschine nach Ougadougou der Stewardess in den Po kneifen, im Klo rauchen und bei der Ankunft das Horst-Wessel-Lied auf den Lippen betrunken die Gangway runterfallen. Damit hätten sie bewiesen, dass sie die kulturellen Errungenschaften unserer Gesellschaft verstanden haben.
 
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