
Joschka Fischer im OOHA-Interview: OOHA: Herr Bundesaußenminister, es sind weitere belastende Aussagen aufgetaucht, dass Sie in den frühen Siebzigern nicht nur einmal einem Polizisten ordentlich was auf die Fibel gegeben haben, sondern damals fast jeden Samstag nach der Sportschau rausgegangen sind zum "Bullen klatschen", wie es hieß. Sie waren ja damals nicht ganz zu Unrecht als Joschka "Ruck, zuck hängt der Kiefer tiefer" Fischer bekannt ...
Fischer: Na, na, na, wir wollen mal nicht übertreiben. O.k., ich war militant, aber ich habe wirklich selten zugeschlagen. Und wenn, dann hatte das meistens einen triftigen Grund oder ich hatte schlecht gefrühstückt oder so.
OOHA: Nun kommen auch von Ihrem Kollegen, dem Bundesbirkenstock Trittin, einige Vorfälle ans Licht. Er soll in den Siebzigern den damaligen Generalbundesanwalt Buback entweder umgebracht oder sich klammheimlich darüber gefreut haben, dass er umgebracht wurde, oder zumindest jemand gekannt haben, der sich gefreut hätte, wenn Trittin klammheimlich von Buback umgebracht worden wäre oder irgendwie so ...
Fischer (grinst): Das soll wohl ein Witz sein. Der Trittin, der kann keiner Fliege was zu Leide tun. Früher, auf den ersten Grünenparteitagen, da haben wir den manchmal durch den Saal geprügelt, bis er nicht mehr pupsen konnte. Junge, Junge ... Der hat sich nie gewehrt, sondern brav seine Zähne aufgesammelt. Herrgott, dieser Foliengriller, der hat ja dreimal erfolglos versucht, sich selber umzubringen. Immer wenn wir ihn zu hart rangenommen haben. Wie will so jemand einen anderen töten, das frag' ich mich ...
OOHA: Ihr etwas rustikales Vorgehen im Kosovokrieg wird ja oft mit Ihrem ungeklärten Verhältnis zur Gewalt in Zusammenhang gebracht.
Fischer: Der nächste, der nochmal sowas über mich verbreitet, bucht acht Wochen Intensivstation, um das mal klarzustellen. Dass wir dem Milosevic und seinem Serbenpack so fest in den Arsch getreten haben, dass sie unsere Stiefelspitzen küssen konnten, hat nichts mit meinem Verhältnis zur Gewalt zu tun. Abgesehen davon habe ich überhaupt kein ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt, ich bin prinzipiell dagegen. Aber meine Devise ist: Ein linker Haken sagt oft mehr als tausend Worte. Manchmal geht's auch einfach nicht anders. Nehmen Sie zum Beispiel meine Frau: Meistens komme ich ganz gut mit ihr klar, aber es gibt Momente, da rutscht mir einfach mal die Hand aus. Und da ist sie oft nicht ganz unschuldig. Meine Güte, bin ich Jesus?
OOHA: Sicher nicht, aber um nochmal nachzuhaken: Halten Sie es nicht für problematisch, dass ein Mann, bei dem manche ausländischen Staatsgäste ernste Sorgen um ihre körperliche Unversehrtheit haben, die Bundesrepublik nach außen vertritt?
Fischer: Jetzt passen Sie aber mal auf, was Sie sagen, sonst gibt es eine Familienpackung heiße Ohren. Riech mal, riecht nach Friedhof ...
OOHA: Tschuldigung, aber es hieß, dass Sie beim letzten New-York-Marathon so viele Mitläufer in den Bordstein beißen ließen, dass die amerikanische Regierung inzwischen eine weitere Milliardensammelklage gegen die Bundesrepublik anstrengen will.
Fischer: So, jetzt reicht's, nimm die Brille runter!
OOHA: Herr Fischer ...!
Fischer: Runter mit der Brille!