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Gesellschaft

Gesellschaft: Bart ab und Haare färben!

Eingereicht von blondbabe am 20. Jan 2002 - 19:58 Uhr

Bin Laden im Interview: Die Bin Laden-Terrortruppe hat sich im Kampf gegen den Kampf gegen den Terror mal wieder etwas einfallen lassen: "Wir wollen ein Interview geben", hieß es aus vertrauten Kreisen. Prompt stellte CNN auf seiner Website (www.cnn.com) diese fünf Fragen: Wie rechtfertigt Bin Laden den Tod unschuldiger Menschen? Welche Rolle spielte Bin Laden und die Terrororganisation Al-Qaida bei den Terroranschlägen in den USA und bei den jüngsten Anthrax-Fällen? War eine andere Regierung an den Terroranschlägen beteiligt? Besitzt Bin Laden oder das Netzwerk von Al-Qaida Massenvernichtungswaffen und wenn ja, sollen welche eingesetzt werden? Wie steht Bin Laden zu Muslimen, die seinen "Heiligen Krieg" anprangern?
Bin Laden war unklar, weshalb ausgerechnet CNN diese Fragen veröffentlichte, da zu diesem Sender kein besonders familiäres Verhältnis besteht. Viel besser schien es ihm gleich, das Interview im OOHA-Magazin, zu dem wenigstens erstklassige Kontakte bestehen, zu führen. Also lud er wieder einmal ausgewählte OOHA-Reporter auf eine Tasse afghanischen Tee ein. In einer gemütlichen Runde durften sich blondbabe, c2net und Johannes B. Kerner zu Osama (er hat uns unlängst das weniger umständliche "Du" angeboten) und etwa 40 neugierigen Gefolgsleuten gesellen. Osama nahm einen Kugelschreiber zur Hand und ließ sich einen Schreibtisch bringen. Er erklärte, dass die Fragen, die sich die Amerikaner ausgedacht haben, nicht uninteressant seien. Er bestand allerdings darauf, dass seine Antworten nicht an CNN weitergeleitet werden, sondern -wie immer- direkt im OOHA-Magazin veröffentlicht werden: CNN sei das ausgelagerte Propagandaministerium der USA, der Sender horte einen Haufen von gleichgeschalteten Freiheitsfanatikern, so seine Begründung.



Das können wir natürlich verstehen. Hier Osamas Antworten:





1.Frage: Wie rechtfertigt Bin Laden den Tod unschuldiger Menschen?



Es tut mir insgesamt ungeheuer Leid. Ich kann nur all denen, die gestorben sind, versichern, dass sie für eine gute Sache gestorben sind.





2.Frage: Welche Rolle spielte Bin Laden und die Terrororganisation Al-Qaida bei den Terroranschlägen in den USA und bei den jüngsten Anthrax-Fällen?



Wir haben den Anschlag auf die USA geplant und durchgeführt. Das Ergebnis der Arbeit kann sich sehen lassen. Alle, die an diesem Projekt beteiligt waren, haben sehr gute Leistungen gezeigt. Ich möchte ihnen an dieser Stelle meinen Dank aussprechen. Denjenigen, die noch am Leben sind, werde ich, sobald ich dafür Zeit habe, das Taliban-Verdienstkreuz überreichen.

Mit den Anthrax-Fällen habe ich nichts zu tun. Ich bin nicht der Typ, der sich morgens hinsetzt und erstmal acht Briefe schreibt. Sie werden sich denken können, dass ich es eher etwas spektakulärer mag. Bei den Anthrax-Fällen muss es sich, auch bei den echten Fällen, um sogenannte Trittbrettfahrer handeln. Ich hoffe, dass sich das jetzt nicht zu so einer Art Volkssport in den USA durchsetzt. Meine sehr durchdacht operierende Organisation mit diesen dilletantisch durchgeführten Anthrax-Anschlägen in Zusammenhang zu bringen, empfinde ich als Beleidigung.





3. Frage: War eine andere Regierung an den Terroranschlägen beteiligt?



Nach der gelungenen Terror-Attacke gab es natürlich sehr viele Glückwunschtelegramme aus aller Welt. Besonders gefreut habe ich mich natürlich über die von den Staatspräsidenten befreundeter Länder. Das ist ja ganz selbstverständlich. Einige der Gratulanten hatten zum Beispiel unsere Schützlinge über Jahre hinweg in ihren Ländern beherbergt. Solche freundschaftlichen Beziehungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern sind das Ergebnis einer langjährigen Kooperation. An dem Terrorschlag selbst waren ausländische Regierungen allerdings nicht beteiligt. Ich glaube kaum, dass die dazu den Mut gehabt hätten. Einige sicherten mir allerdings ihre bedingungslose Unterstützung zu. Nur da bin ich bis heute sehr enttäuscht worden. Nur eines weiß ich seither ganz sicher: Freunde hat man genau so lange wie man sie nicht braucht.





4.Frage: Besitzt Bin Laden oder das Netzwerk von Al-Qaida Massenvernichtungswaffen und wenn ja, sollen welche eingesetzt werden?



Wir besitzen leider keine, oder nur sehr wenige Massenvernichtungswaffen. Wenn wir sie hätten, würden wir diese selbstverständlich sehr gerne einsetzen. Aber auch da sehe ich das Problem der Verteilung. Es ist seit dem 11.September einfach schwieriger geworden, als Araber zum Beispiel an den Steuerknüppel eines Flugzeuges zu gelangen. Viele meiner Kollegen und Mitarbeiter, die bis jetzt als sogenannte Schläfer sehr gute Arbeit geleistet haben, werden durch eine erhöhte Aufmerksamkeit auf Muslime und eine weltweit eingesetzte Rasterfahndung, an ihrer Arbeit gehindert. Unzählige Briefe besorgter Mitarbeiter erreichen mich zur Zeit rund um die Uhr. Die meisten fragen einfach nur, wie es weiter gehen soll:

"Morgens Bartpflege, mittags Islamic-AG und abends noch eine Flugstunde, das ist einfach nicht mehr". Mein Tip an meine Jungs muss fürs Erste lauten: "Morgens Bart ab und Haare färben, mittags an der Imbissbude eine doppelte Currywurst mit Pommes rot/weiß und abends einen Kasten Bier neben einer Flasche Schnaps und Videos von der letzten Fußballweltmeisterschaft." Mehr kann ich für die Jungs momentan leider nicht tun.





5.Frage: Wie steht Bin Laden zu Muslimen, die seinen "Heiligen Krieg" anprangern?



Die Muslime, die den "Heiligen Krieg" anprangern, halte ich für eine Erfindung von CNN. Ich habe gehört, dass die US-Regierung in Zukunft mit der Traumfabrik in Hollywood bei der Kriegsberichterstattung näher zusammenarbeiten möchte. Mal sehen, was da noch so alles an "Wirklichkeit" auf uns zukommt. Hoffentlich mehr, als nur ein einziges grünes in der mitte hell aufleuchtendes Pixelbild.
 

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