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Politik

Politik: Aussteigerprogramm für Taliban-Mitläufer * Sicherheitssurfen auf der Westerwelle

Eingereicht von sicherheitssurfer am 25. Jan 2010 - 14:18 Uhr

Am 28. Januar 2010, dem Todestag Karl des Großen, geht die Afghanistan-Konferenz in eine neue Runde. Wiederholungstatort ist London.

Einer der zentralen Punkte auf der Tagesordnung ist dieses Jahr das Aussteigerprogramm für Taliban- Mitläufer.

Aus aktuellem Anlass lädt daher OOHA heute den Mann ein, der Deutschland auf der Afghanistan-Konferenz in London vertreten wird, den Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Guten Abend, Herr Westerwelle.
Guido Westerwelle, FDP, Bundesaußenminister: Schönen guten Abend und toll, dass ich hier sein darf. Das ist ja so ein Spaß. (grinsend mit natürlich gelbem Schlips und schwarzem Anzug)

OOHA: Dankeschön, das beginnt ja schon wunderbar euphorisch. Jetzt wird es ernst. Mit welchem Konzept will eigentlich die Bundesregierung nach London fahren, mehr Soldaten oder mehr zivile Aufbauhelfer?

Westerwelle: Ziel meiner ganz persönlichen Bemühungen ist das Aussteigerprogramm für Taliban.

OOHA: Ach so. Wie genau kann man sich das vorstellen und wer ist daran beteiligt?

Westerwelle: Das gibt es vor allem für die so genannten Mitläufer. Es geht darum, dass diese Menschen jetzt ein Aussteigerprogramm bekommen, um auch in die Gesellschaft reintegriert zu werden.

OOHA: Wer genau sind denn diese so genannten Mitläufer?

Westerwelle: Wissen Sie man kann ja nicht davon ausgehen, dass da nur ideologisch verblendete Trottel am Werk sind. Nein. Es gibt auch den normalen Analphabeten vor Ort. Das nutzen diese Verbrecher gnadenlos aus. Denen erzählen diese Schurken etwas von einem besseren Leben, Reisefreiheit, Pressefreiheit usw., und schon sind sie dabei.

OOHA: Experten sind der Meinung, das Aussteigen sei das Letzte, das einen Taliban interessiere.

Westerwelle: Wir wollen diesen Neuanfang versuchen in der Afghanistan-Politik, und deswegen werden wir auch einen Fond beschließen in London. So ist es vorbesprochen, so wird es kommen, der die Reintegration von solchen Mitläufern auch unterstützen soll.

OOHA: OK, jetzt mal zu den ganz banalen Themen dieses Vorhabens. Wie kann ich denn mitmachen beim Taliban- Aussteiger Programm?

Westerwelle: Es gibt ein ganz einfaches, anonymes Formular im Internet. Da kann man sich eintragen.

OOHA: Wie genau kann ich mir das vorstellen? Ihrer Aussage nach sind die meisten potentiellen Nutzer dieses Formulars ja Analphabeten.

Westerwelle: Das ist ein guter Punkt. Dazu wurde ein Formular in Kooperation mit Langenscheidt entwickelt, basierend auf dem Langenscheidt „ohne Wörter Buch“. Die Seite heißt: www.ohne-worte.de. Das Buch passt auch außerordentlich gut zu uns als FDP, es ist auch gelb.

OOHA: Aha und dann ?

Westerwelle: Ja dann, wenn man die richtigen Bildchen gedrückt hat, wird unsere Bundeskanzlerin persönlich jeden einzelnen Aussteiger im Bundestag empfangen und mit ihm sprechen.

OOHA: Besteht da nicht die Gefahr eventueller Terroranschläge?

Westerwelle: Wissen sie, bei soviel Misstrauen kommt man da einfach nicht weiter. Das sind ja im Grunde herzensgute Menschen, diese Mitläufer. Die werden einfach alle einmal durch den Nacktscanner geschickt und gut ist.

OOHA: Welche Schritte sieht die FDP denn für die Reintegration eines einzelnen Taliban- Mitläufer- Aussteigers vor?

Westerwelle: Ja in Afghanistan gibt es ja quasi keine tragfähige Gesellschaft mehr, deshalb haben wir von der FDP ein Taliban- Mitläufer- Aussteiger- Schutzprogramm entwickelt. In aller Bescheidenheit, ich freue mich auch darüber, dass das auch gelungen ist, und da habe ich auch meinen Beitrag dazu leisten können. Darüber freue ich mich.

OOHA: Aha.

Westerwelle: Das Prinzip ist ganz einfach. Jeder Einzelne gibt seine echte Identität auf und wird direkt in die FDP- Parteibasis integriert. Die reintegrierten Mitläufer erhalten ein Begrüßungsgeld von 1000 € und eine gelbe Krawatte. Wir in der FDP wissen um unsere Verantwortung als liberales Land im Zeitalter der Globalisierung.
Ansonsten müssen wir das Problem natürlich im Kern angehen.Wir werden ja, so wie in der letzten Woche auch, auch in dieser Woche intensiv das Gespräch mit der Opposition suchen.

OOHA: Verstehe ich Sie richtig, dass die Opposition in diesem Falle die Taliban sind?

Westerwelle: Ja genau, Opposition klingt ja netter, als Terroristen nicht wahr? Wir wollen doch trotz all der Verunsicherungen menschlich bleiben. Wir nehmen diese Menschen durchaus ernst. Unsere demokratische Strategie verlangt es, uns mit der Gegenseite an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln. Das haben wir vor, das werden wir machen. Da gibt es gar keine Diskussion.

OOHA: Vielen Dank für diese Stellungnahme.

Westerwelle: Bitte sehr.

Letzte Anmerkungen der Redaktion:

1. der entscheidende Auszug aus der Teilnehmerliste der 1. Afghanistan- Konferenz 2001:

„..Bei der Konferenz nicht anwesend waren der Präsident der Nordallianz Burhanuddin Rabbani, die in ihren Einflussgebieten mächtigen Warlords Abdul Raschid Dostum und Ismail Khan sowie offizielle Vertreter der Taliban.

2. Soweit der Redaktion bekannt, verfügen die Taliban über eines der wirksamsten Aussteiger- Programme weltweit: Einfach in ein Flugzeug setzten und ab in den nächsten Tower.
 

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