Anne Gibsmir: Herr Erdogan, gestern haben sie in Davos für einen Eklat gesorgt, indem sie das Wirtschaftsforum nach einer Auseinandersetzung mit dem Chef der Israelis, mit Herrn Shimon Peres, überstürzt verlassen hatten.
Erdogan: Herr Peres hat sich inzwischen persönlich bei mir entschuldigt. Die Sache ist vom Tisch.
Koch: Wenn ich mal etwas dazu sagen darf: Sie sind doch gestern wie eine beleidigte Leberwurst abgerauscht, nur weil Herr Peres seinen Krieg, im Übrigen ein sehr vernünftiger Krieg wie ich finde, gegen die Palästinenser verteidigte. Sie hatten eingewendet, dass bei diesem Krieg Menschenleben auf dem Spiel stünden. Nun möchte ich sie mal ganz konkret fragen: Was war das für eine Situation im Nordirak, wo sie vor ein paar Monaten eine Militäroffensive gegen die PKK führten? Waren das Aktionen zum Wohle der Menschen dort?
Ich weiß im Übrigen, was sie treibt: Sie sind ein unverbesserlicher Glaubenskrieger. Verbünden sie sich doch mit den Palästinensern. Verbünden sie sich mit Ahmadinedschad. Schmieden sie eine Allianz mit den Taliban. Jedenfalls beim Wirtschaftforum in Davos, da haben sie endlich mal ihr wahres Gesicht gezeigt. Alle Verrückten tun das ab und an. Keiner weiß das besser als ich selbst.
Erdogan packt seine Sachen und steht auf. Wutentbrannt wirft er Phrasen in die Runde und geht.
Erdogan: Arschlöcher. Nazischweine. Christenclub. Recht haben Sie! Hier gibt es keine Freunde für Ausländer! Ich hasse euch alle! Nieder mit Israel! Nieder mit Deutschland! Nieder mit Amerika!
Anne Gibsmir: Hast Du Töne! Frau Merkel, was sagt man dazu?
Merkel: Nun, ich weiß es nicht. Vielleicht verabschieden wir noch Herrn Erdogan.
Erdogan spuckt auf den Boden und rauscht von dannen.
Merkel: Nun, was soll man dazu sagen? Ich möchte Roland Koch beipflichten. Er hat eigentlich schon alles gesagt: Das Interesse von Herrn Erdogan wird doch immer deutlicher: Er möchte die Welt mit einem Teppich vom Moscheen überziehen, damit er nach seinem Tode im Paradies von unendlich vielen Jungfrauen verwöhnt wird. Das ist schlicht pervers.
Anne Gibsmir: Stichwort „Leben nach dem Tod“: Greift die Abwrackprämie die Probleme der Wirtschaftskrise an der Wurzel, Herr Friedmann?
Friedmann: Die Abwrackprämie ist nach einer ersten Sprachwäsche in die Umweltprämie umgetauft worden. Die abzuwrackenden Autos bekommen von Autoschiebern den Abwrackstempel und werden dann von Hamburg in alle Welt und nach Afrika verschifft, um dort die trostlose Wüstenlandschaft aufzuhübschen. Dort in Betrieb sorgen sie für einen veritablen CO2 Ausgleich, denn da es in Afrika nur einen Bruchteil an Fahrzeugen gibt, im Vergleich dessen was hierzulande über die Straßen kreucht und fleucht, brauchen die dort natürlich die alten Stinker viel mehr als wir hier, um auch auf eine annähernd hohe CO2 Belastung zu kommen. Das meint die Umweltprämie.
Anne Gibsmir: Herr Westerwelle, kriegen wir mit der Abwrackprämie die Wirtschaftskrise in den Griff?
Westerwelle: Die Umwelt- oder die Abwrackprämie, wie sie hieß, ist nur ein Mittel. Wir brauchen aber eine ganze Armada von Maßnahmen, um die Krise einzudämmen. Wir sind liberale Menschen, liberale Politiker und was wir brauchen ist ein liberales Konzept.
Anne Gibsmir: Wir brauchen ein Konzept. Diese Krise woher kommt sie eigentlich? Sie kommt aus Amerika. Erst hat Amerika die Welt mit Wohlstand versorgt und nun zerschlägt Amerika den weltweiten Wohlstand einfach wieder. Warum? Uns ist nun der frischgebackene US-Präsident Barak Obama zugeschaltet. Herr Präsident: Warum geht alles wieder kaputt? Was machen Sie, damit es wieder Heile wird?

Obama: Frau Gibsmir, die Menschen sehen die Dinge manchmal viel zu kompliziert. Ich kann ihnen genau sagen, warum wir in diese beschissene Situation gekommen sind: Es ist die Gier! Geld verdirbt den Charakter, und der Kollaps unseres Finanzsystems in Amerika ist der Beweis für dieses Sprichwort. Es gibt viele anständige Produkte auf der Welt: Autos zum Beispiel. Bücher zum Beispiel, oder auch Computer, solange sie nicht an der Wallstreet eingesetzt werden. Wir haben die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg und die Schuldigen, die Verursacher sind die gleichen wie im zweiten Weltkrieg: Es sind die Gierigen, die die alles wollen und am Ende alles vernichten. Dann wenn alles in Schutt und Asche liegt, so wie im Moment, dann stehen als erstes die einfachen Bürger wieder auf und reparieren den Schaden. Das ist der Zyklus der Geschichte. Das wird immer wieder passieren: Gier – Krise – Kollaps – Wiederaufbau.
Deshalb müssen wir jetzt auch wieder auf die einfachen Bürger setzen. Die müssen abspecken, anpacken, rennen, ackern, arbeiten und dadurch unsere Rettungspakete finanzieren.
Anne Gibsmir: Mr. President, ist bei ihnen in Amerika schon absehbar, wie viele Rettungspakete sie noch brauchen. Sehen sie schon Licht am Ende des Tunnels? Wie teuer wird die Sache werden?
Obama: Es schmeichelt, dass sie mich Mr. President nennen, aber ich fühle mich eher wie der Cleaner in Pulp Fiktion: Ich muss einfach das Blutbad, das die bösen Buben in den letzten Jahren in Amerika angerichtet haben, beseitigen. Dafür brauchen wir Bad Banks, dafür brauchen wir Trash Banks, Shit Banks, Rubbish Banks, Death Banks, aber auch New Banks, Good Banks, New Money, New Passports, neue Gesichter, neue Alles, verstehen Sie?
Anne Gibsmir: Mr. President, sie arbeiten demnach auf dem Müllhaufen der Geschichte?
Obama: Ganz genau. Meine Vorgänger sind zum Mond geflogen oder haben Kriege geführt. Sie haben das Internet erfunden und Raketenschutzschilde entwickelt. Und bei all diesen Vorhaben und Entwicklungen, haben sie nie nach Rechts oder nach Links gesehen. Dabei ist der Müllhaufen auf das heute sichtbare Maß angewachsen. Ich bin der 44. Präsident der Vereinigten Staaten, und ich werde Wohl oder Übel als der Müllpräsident in die Geschichte eingehen:
Berlusconi: Jetzt weiß ich auch, warum die Amis für diesen Job einen Schwarzen gewählt haben. Entschuldigen Sie bitte diese Bemerkung, Mr. Obama. Ich und auch meine Frau denken, dass Sie wirklich einen guten Job machen und auch sehr gut aussehen.
Obama: Natürlich sehen wir gut aus. Wir leben im weißen Haus, und um uns kümmern sich die besten Designer Amerikas. Wir können nur gut aussehen.
Anne Gibsmir: Wie sie alle wissen hat der US-Präsident keine Zeit zu vertun. Vielen Dank, dass sie uns zu dieser Liveschaltung zur Verfügung standen, Mr. President.
Obama: Bye.