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Ali Pansen: Nach dem Krieg ist vor dem Krieg?

Ali Pansen: Sehr verehrte Gäste, liebe Internetnutzer, liebes Publikum. Sie sehen heute die erste Folge von Ali Pansen, einer neuartigen Diskussionsrunde `Live im Internet`, momentan leider noch ohne Live-Bild, aber dafür mit Text. Ich darf unsere heutigen Gäste begrüßen: Rudolf Scharping (SPD), Ulrich Tilgner (live aus Bagdad zugeschaltet), Günther Beckstein (CSU), Oliver Kahn (Bayern München), Reinhold Messner (Mount Everest).

Ali Pansen:
Der Krieg gegen den Irak scheint abgehakt. Die ARD-Sondersendungen zum Thema Irak haben sich verdünnisiert. Dieser Krieg schockt nicht mehr. Wie soll es nun weitergehen?
Ulrich Tilgner, wie ist die Lage vor Ort? Können Sie bestätigen, dass sich in Sachen `Bomben auf Bagdad` nicht mehr viel tut?

Ulrich Tilgner (live aus Bagdad zugeschaltet):
Herr Pansen, also die Lage hier in Bagdad ist schon bedenklich ruhig. Selbst mit enorm viel Fantasie lassen sich kaum noch kriegerische Handlungen ableiten. Sicher gibt es hier und da noch Rauchentwicklung, wenn sich jemand eine Zigarette anzündet, oder es kommt zu Knallgeräuschen, wenn das ein oder andere Fahrzeug älteren Baujahrs fehlzündet. Das wars dann aber auch schon, was wir hier in den letzten Tagen vor Ort beobachten konnten. Momentan können wir auch nicht genau sagen, wie es weiter geht. Der Krieg jedenfalls scheint beendet. Viele meiner Kollegen sind bereits abgereist. Wohin sie gezogen sind, weiss man nicht genau. Es wird vermutet, dass die meisten von ihnen ins Grand Hotel in Damaskus eingecheckt sind. Andere wollen die Auszeit nutzen und machen Urlaub in Ägypten.

Ali Pansen:
Herr Beckstein, wie deuten Sie die soeben beschriebene Ruhe in Bagdad? Glauben Sie ebenfalls, dass alles schon vorbei ist, und wie können Sie sich das erklären?

Günther Beckstein (CSU):
Es scheint sich tatsächlich ein schnelles Ende der Kämpfe anzudeuten. Das Hauptproblem ist derzeit, dass die Koalition gerne weiter zuschlagen würde, nur ist keinesfalls klar, gegen wen. Sie können schlecht weiter Bomben abwerfen, wenn alles bereits eingenommen ist. Stellen sie sich ein Fußballspiel vor, bei dem die Mannschaft, gegen die es gehen soll, geschlossen das Feld räumt. Was wollen Sie da noch tun?

Ali Pansen:
Herr Kahn, ist das tatsächlich so? Kann man in solch einem Fall nicht doch noch weiterspielen?

Oliver Kahn (Torwart, Bayern München):
Ich wäre nicht beim FC Bayern München, wenn ich nicht immer alles geben würde. Du mußt einfach immer denken, dass es darum geht, dem Gegner das Licht auszuknipsen. Alles andere ist doch scheiss egal!

Ali Pansen:
Jetzt nochmal, Olli. Würden Sie weiterspielen, auch ohne Gegenwehr?

Oliver Kahn (Torwart, Bayern München):
Natürlich musst du immer alles geben, wenn du für den FC Bayern München spielst. Wenn du die 3 Punkte eingefahren hast, kannst du immer noch etwas für dein Torverhältnis tun. Du kannst so ein Spiel dann 3 oder 4-Tausend zu 0 gewinnen, das ist dann auch wichtig für dein Selbstvertrauen.

Ali Pansen:
Herr Scharping, Sie waren lange Zeit der Oberbefehlshaber der Deutschen Armee. Können Sie aus der Innenperspektive einer kriegsführenden Partei erklären, wann ein Krieg zu Ende ist und was dann folgt.

Rudolf Scharping (SPD):
Es ist nicht zu übersehen, dass viele derer, die es zu bekriegen galt, das Handtuch geworfen haben. Wenn Ulrich Tilgner sagt, dass sich einige seiner Kollegen entschieden haben, am roten Meer baden zu gehen, dann ist das das Beste, was sie derzeit tun können. Ich persönlich hätte schon vor 8 Tagen, als das Saddam-Denkmal in der Innenstadt von Bagdad fiel, gesagt: Das wars, lass uns Urlaub machen. Es ist immer gut, ab und zu was zu tun. Dann sollte man aber auch immer daran denken, etwas zu relaxen. Am roten Meer können Sie immens gut abspannen und sich mit leichten Tätigkeiten wie Schnorcheln oder Liegestuhlwippen wachhalten.

Ali Pansen:
Herr Messner, wie schätzen Sie die Lage ein? Glauben Sie auch, dass der Keks gegessen ist?

Reinhold Messner (Mount Everest):
Herr Pansen, ich wäre sehr vorsichtig mit endgültigen Aussagen. Die Menschheit existiert seit Jahrmillionen in einem fortwährenden Raum-Zeit-Kontinuum und es hat sich über die Jahre gezeigt, dass vieles -wenn nicht alles- möglich ist. Sie können morgen einen Krieg, den Sie heute gewonnen haben, verlieren und umgekehrt. Sie können heute zum Südpol laufen und quitschfidel wieder zurückkommen und morgen von einem Linienbus überfahren werden. Vielleicht ist der Keks heute gegessen, wer aber sagt, dass der Keks nicht morgen wieder hochkommt und erbrochen wird.

Ali Pansen:
Herr Messner, das ist ein wunderschönes Schlußwort, denn unsere Sendezeit ist leider abgelaufen. Ich freue mich, dass wir die Thematik positiv klären konnten und verbleibe mit einem wohlwollenden Ciao an meine Gäste, an Sie zu Hause vor Ihren Intenet-Bildschirmen und an mein liebes Publikum hier im Studio. Ciao, bis zum nächsten Mal bei Ali Pansen.

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